Brückenbau in Rech: Pfeilerlose Variante macht das Rennen
Rech. Die neue Nepomukbrücke in Rech soll ohne Stützpfeiler in der Ahr gebaut werden. Mit großer Mehrheit sprach sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung für eine sogenannte 1-Feldvariante aus. Damit nimmt eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte im Ort konkrete Formen an. Vorgestellt wurden zwei unterschiedliche Planungsansätze. Das beauftragte Planungsteam aus den Büros PlannIng GmbH, Werner Sobek sowie Doser Kempen Krause präsentierte sowohl eine Brücke mit einem durchgehenden Spannfeld als auch eine Variante mit zwei Feldern und einem Pfeiler im Fluss.
Pfeilerlos bringt höhere hydraulische Sicherheit
Am Ende überwogen die Argumente für die pfeilerlose Lösung deutlich. Ausschlaggebend war vor allem die höhere hydraulische Sicherheit. Ohne Stützpfeiler wird der Wasserabfluss der Ahr bei Hochwasser weniger beeinträchtigt. Gleichzeitig sinkt das Risiko sogenannter Verklausungen, bei denen sich Treibgut an Bauwerken festsetzt und den Wasserstand zusätzlich ansteigen lässt. Auch während der Bauzeit bringt die gewählte Variante Vorteile mit sich. Eingriffe in das Gewässer können reduziert werden. Nach Angaben der Planer schnitt die 1-Feldvariante in einer umfassenden Bewertungsmatrix insgesamt besser ab als die Alternative. Neben den hydraulischen Aspekten flossen dabei unter anderem Wirtschaftlichkeit, Ausführungssicherheit und Naturschutzbelange in die Bewertung ein. Die künftige Brücke wird eine Spannweite von rund 60 Metern besitzen. Geplant sind zwei seitlich angeordnete Stahlhohlkastenträger, die mit einem Betonüberbau kombiniert werden. Ein Großteil der Bauteile kann bereits im Werk vorgefertigt werden. Vor Ort sollen die Elemente anschließend zusammengesetzt und eingehoben werden. Parallel zur weiteren Planung stehen die Projektsteuerer der Zukunft Mittelahr AöR nach eigenen Angaben in engem Austausch mit der SGD Nord und der Kreisverwaltung Ahrweiler, um die erforderlichen Genehmigungen vorzubereiten.
Bauantrag soll noch 2026 eingereicht werden
Noch im Laufe dieses Jahres sollen weitere Untersuchungen und Fachplanungen erfolgen. Dazu gehören unter anderem Kampfmittelerkundungen, die Tragwerksplanung sowie die Planung der Verkehrs- und Uferanlagen. Der Bauantrag soll ebenfalls noch 2026 eingereicht werden. Läuft das Genehmigungsverfahren planmäßig, könnte die Bauleistung Mitte 2027 vergeben werden. Für die eigentliche Bauausführung wird derzeit eine Dauer von etwa einem Jahr kalkuliert. Mit dem Beschluss hat Rech einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur neuen Nepomukbrücke gemacht. Die Entscheidung verbindet technische Machbarkeit mit einem Ziel, das an der Ahr seit der Flutkatastrophe von besonderer Bedeutung ist: möglichst viel Sicherheit für Mensch, Infrastruktur und Gewässer.
