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Der ungeschönte Tal-Blick

Die Mayschoßer Pfarrkirche St. Nikolaus & St. Rochus war nach der Flut Überlebensinsel. Jetzt wird sie zum Ort der Begegnung und des Erinnerns. Die Fotoausstellung „Das Tal“ lädt dazu ein, den Blick zurückzuwerfen und gemeinsam über Resilienz und Wiederaufbau zu sprechen.
Vor fünf Jahren stapelten sich in der Mayschoßer Pfarrkirche St. Nikolaus & St. Rochus keine Gesangbücher, sondern Hilfsgüter.

Fünf Jahre nach der Flut: Die Bilder kehren nach St. Nikolaus & St. Rochus zurück

Dass die Schau ausgerechnet in der Pfarrkirche Mayschoß stattfindet, verleiht den Bildern eine immense Kraft. Das Dorf war nach der Flut tagelang von der Außenwelt abgeschnitten.
Dass die Schau ausgerechnet in der Pfarrkirche Mayschoß stattfindet, verleiht den Bildern eine immense Kraft. Das Dorf war nach der Flut tagelang von der Außenwelt abgeschnitten.

MAYSCHOẞ. Vor fünf Jahren stapelten sich in der Mayschoßer Pfarrkirche St. Nikolaus & St. Rochus keine Gesangbücher, sondern Hilfsgüter. Draußen bestimmten Schlamm und Trümmer das Bild. Drinnen suchten Mayschoßer Bürgerinnen und Bürger Trost, Halt und Orientierung. Jetzt, genau fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe von 2021, kehren die visuellen Zeugnisse jener Tage an diesen besonderen Ort zurück.

Vom 10. Juli bis zum 2. August 2026 präsentieren die vier renommierten Bildjournalisten Theodor Barth, David Klammer, Frank Schultze und Gordon Welters ihre bewegende Ausstellung „Das Tal“.

Vier Fotografen, vier Perspektiven auf das kollektive Gedächtnis

Die ausgestellten Arbeiten sind unmittelbar während und nach der Katastrophe entstanden. Sie dokumentieren nicht nur das unvorstellbare Ausmaß der Zerstörung, sondern rücken vor allem die Menschen in den Fokus: Betroffene sowie Helferinnen und Helfer. Zu sehen sind Momente tiefer Verzweiflung, aber auch Zeichen von gelebter Solidarität und Hoffnung. Dabei unterscheidet sich der Blickwinkel der Fotografen, die sonst für Magazine wie Stern, Der Spiegel, GEO oder die New York Times arbeiten und mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden, grundlegend:

  • Gordon Welters fotografierte nah, direkt und klassisch journalistisch.
  • Theodor Barth und David Klammer näherten sich den Motiven aus einer dokumentarischen Perspektive.
  • Frank Schultze wählte einen konzeptionellen Ansatz und verdeutlicht das Geschehen über Bild-im-Bild-Kompositionen, die das Vorher und Nachher gegenüberstellen.

Ein Raum im Dialog mit der eigenen Geschichte

Dass die Schau ausgerechnet in der Pfarrkirche Mayschoß stattfindet, verleiht den Bildern eine immense Kraft. Mayschoß war nach der Flut tagelang von der Außenwelt abgeschnitten. Die Kirche mutierte damals zum improvisierten Versorgungszentrum: Dorthin kamen Menschen um zu helfen und zuzuhören, oder Pause vom Aufräumen zu machen.

Wenn die Fotografien nun an die Wände des Gotteshauses zurückkehren, begegnen sie einem Raum, der selbst Teil dieser Geschichte ist. „Uns interessiert, was von diesem Ereignis geblieben ist – in der Landschaft, in den Orten und vor allem in den Menschen“, erklärt Fotograf Theodor Barth. Die Ausstellung versteht sich daher nicht als reine Rückschau, sondern als eine Einladung an die Menschen im Tal, miteinander ins Gespräch zu kommen und zu reflektieren, wie sich die Heimat seit 2021 verändert hat.

Ausstellungsinformationen kompakt

  • Titel: Das Tal
  • Ort: Pfarrkirche St. Nikolaus & St. Rochus, Dorfstraße 82, 53508 Mayschoß
  • Dauer: 10. Juli bis 2. August 2026
  • Öffnungszeiten: Täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr
  • Eröffnung: Freitag, 10. Juli 2026, um 18.00 Uhr
  • Eintritt: Frei.

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