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Rhein-Niedrigwasser

Im Kreis Ahrweiler gibt es am Rhein zwei amtliche Messstellen: Pegel Oberwinter (Fluss-km 638,2): Das ist der Haupt- und Richtpegel für den Schiffsverkehr auf dem Mittelrhein im Kreis. Er liefert die offiziellen Daten für die Fahrrinnentiefe. Nur rund zwei Kilometer weiter stromabwärts gibt es eine weitere Messstelle, Pegel Rolandseck, Fluss-km 640,0
Der Messwert am Sonntag, 13.30 Uhr klingt extrem: Nur 11 Zentimeter zeigte der Pegel in Oberwinter an!

Warum 11 cm Pegel in Oberwinter nicht bedeutet, was Sie denken

Oberwinter. Der Pegel Oberwinter meldete am Sonntag, 2. August, 13.30 Uhr: 11 Zentimeter. Wer auf die Messwerte blickt, rechnet mit „Pfützenhüpfen“ zwischen Oberwinter und dem gegenüberliegenden Rheinufer. Doch wer mit Gummistiefeln an den Rhein eilt, erlebt eine Überraschung: Der Fluss strömt munter weiter. Wie passt das zusammen?

Wassertiefe ist nicht gleich Pegelstand

Wenn Menschen ihre Körpergröße messen, stellen sie sich flach auf den Boden (0 cm) und messen nach oben. Bei einem Strom wie dem Rhein scheitert dieses Prinzip. Der Flussboden des Rheins ist keine Fläche, sondern eine Hügellandschaft aus Kieselsteinen, Untiefen, Löchern und tief ausgewaschenen Rinnen. Experten unterscheiden deshalb strikt zwei Begriffe:

  • Die Wassertiefe: Sie beschreibt die tatsächliche Strecke vom Gewässergrund bis zur Oberfläche an einer ganz konkreten Stelle – etwa mitten in der Fahrrinne.
  • Der Pegelstand: Er misst lediglich die Höhe des Wasserspiegels über einem künstlich festgelegten Punkt am Ufer.

Der Pegelnullpunkt (PNP)

Damit alle Messstationen entlang des Rheins verlässliche Vergleichswerte liefern, wurde vor Jahrzehnten an jedem Messort der sogenannte Pegelnullpunkt (PNP) definiert. Dieser Nullpunkt liegt auf einer festen Höhe über dem Meeresspiegel. Der entscheidende Kniff: Der Nullpunkt wurde absichtlich tief in das Flussbett hineingelegt – oft tiefer als die Flusssohle drumherum. Das verhindert, dass die Messlatte selbst bei dramatischer Sommerhitze und Dürre negative Werte („minus 10 Zentimeter“) anzeigt. Ein Pegelstand von 11 cm bedeutet keineswegs, dass der Rhein 11 cm flach ist. Er sagt aus: Die Wasseroberfläche liegt aktuell 11 Zentimeter über diesem künstlichen Ufer-Nullpunkt.

Warum Schiffe trotz 11 cm Pegel fahren können

Für Kapitäne der Schüttgut- und Containerschiffe auf dem Rhein ist der Pegelstand die wichtigste Zahl des Tages – allerdings nur als Rechengrundlage. Jeder Pegelort besitzt in der Fahrrinne eine festgelegte Mindesttiefe. Liegt dieser Sockelwert der Fahrrinne bei Pegel 0 hypothetisch beispielsweise bei 1,90 Metern, wird der Tageswert einfach hinzugerechnet:

Fahrrinnentiefe = 1,90 m (Sockelwert) + 0,11 m Pegelstand = 2,01 m

Ein Frachtschiff mit einem Tiefgang von 1,80 Metern kann die Stelle in Oberwinter also weiterhin passieren. Allerdings müssen die Schiffsführer ihre Ladung bei diesem Niedrigwasser exakt anpassen. Experten nennen diesen Vorgang „Abladen“, damit der Rumpf nicht auf Grund läuft. Der Messwert von 11 Zentimetern am Pegel Oberwinter signalisiert Niedrigwasser am Mittelrhein. Ausgetrocknet ist der Fluss deshalb aber noch lange nicht: Dank des tiefen Nullpunkts der Messstation fließt in der Fahrrinne weiterhin meterhoch Wasser.

Im Kreis Ahrweiler gibt es direkt am Rhein zwei amtliche Messstellen:

Pegel Oberwinter (Fluss-km 638,2): Das ist der Haupt- und Richtpegel für den Schiffsverkehr auf dem Mittelrhein im Kreisgebiet. Er liefert die offiziellen Daten für die Fahrrinnentiefe und das Schifffahrtsmanagement.

Pegel Rolandseck (Fluss-km 640,0): Nur rund zwei Kilometer weiter stromabwärts gibt es eine weitere Messstelle, die hydrographische Daten aufzeichnet.

 

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