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Vielfalt als Stärke

Der Fachkräftemangel hat den Kreis Ahrweiler längst erreicht. Betriebe suchen Personal, Ausbildungsplätze bleiben offen, Unternehmen kämpfen um qualifizierte Mitarbeitende.

Wie Inklusion dem Kreis Ahrweiler neue Fachkräfte sichert

Sinzig. Der Fachkräftemangel hat den Kreis Ahrweiler längst erreicht. Betriebe suchen Personal, Ausbildungsplätze bleiben offen, Unternehmen kämpfen um qualifizierte Mitarbeitende. Gleichzeitig gibt es Menschen, die arbeiten wollen und oft unterschätzt werden. „Inklusion eröffnet dabei Chancen für Menschen ebenso wie für Unternehmen“, sagte David Bongart, Geschäftsführer der Zukunftsregion Ahr e.V. bei der jüngsten Info-Veranstaltung des Fachkräftezentrums Kreis Ahrweiler in den Caritas Werkstätten in Sinzig. Weiter betonte er: „Wer Vielfalt im Arbeitsalltag ermöglicht, stärkt nicht nur gesellschaftliche Teilhabe, sondern gewinnt engagierte Mitarbeitende und neue Perspektiven für die eigene Zukunftsfähigkeit.“ Die Veranstaltung nutzten einige regionale Unternehmen, um sich über Beratungs- und Fördermöglichkeiten sowie über Wege zur beruflichen Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung und Menschen im Rehabilitationsprozess zu informieren. Konkret wurden diese Fragen beantwortet: Wie kann Inklusion im betrieblichen Alltag erfolgreich umgesetzt werden? Und: Welche konkreten Unterstützungsangebote können Unternehmen dabei nutzen?

BTZ in Bad Neuenahr-Ahrweiler und zurück ins Berufsleben

Im Rahmen der Veranstaltung präsentierte sich auch das Beruflichen Trainingszentrum (BTZ) aus Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das dortige Angebot richtet sich an Menschen, die wegen psychischer Erkrankungen zeitweise aus dem Berufsleben ausgeschieden sind oder berufliche Orientierung suchen. Dabei unterstützt das Trainingszentrum Betroffene bei der Rückkehr in den Arbeitsmarkt mit individuellem Training, praxisnahen Arbeitsplätzen und enger Begleitung durch multiprofessionelle Teams. Wie es bei der Präsentation hieß, orientierten sich die Maßnahmen an realen betrieblichen Bedingungen. Ziel sei keine Beschäftigung „unter Laborbedingungen“, sondern ein tragfähiger Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag. Das Angebot des BTZ umfasst unter anderem berufliches Training zur Wiedereingliederung sowie berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen für junge Erwachsene. Hinzu kommen Trainingsarbeitsplätze im kaufmännischen, technischen und dienstleistungsorientierten Bereich. Künftig sollen dort auch Menschen mit neurologischen Erkrankungen stärker unterstützt werden, so ein Vertreter des BTZ. Grundlage dafür sei eine engere Zusammenarbeit mit der Neurologischen Therapie RheinAhr.

Caritas Werkstätten: Integrationsmanagement XTERN

Darüber hinaus stellten die Caritas Werkstätten in Sinzig das Integrationsmanagement XTERN vor.  Es umfasst die Beratung und Begleitung von Beschäftigten, Angehörigen und Unternehmen sowie die Integration von Werkstattarbeitsplätzen in Betriebe des allgemeinen Arbeitsmarktes. Darüber hinaus wurden Möglichkeiten zur Vorbereitung und Qualifizierung für den allgemeinen Arbeitsmarkt, die Begleitung von Praktika und ausgelagerten Arbeitsplätzen sowie das „Budget für Arbeit“ präsentiert.

Fachkräftesicherung braucht neue Perspektiven

Der Eindruck des Tages in Sinzig: Die Bereitschaft in den Unternehmen an inklusiven Beschäftigungsmöglichkeiten wächst. Gleichzeitig wurde klar, dass Inklusion keine Aufgabe ist, die Betriebe allein stemmen müssen. Sie braucht Netzwerke, Beratung und Ansprechpartner vor Ort. Die Info-Veranstaltung machte auch deutlich, dass sich der Arbeitsmarkt verändert. Unternehmen, die heute nur in klassischen Lebensläufen denken, verschenken Potenzial. Menschen mit Behinderung, psychischen Erkrankungen oder Brüchen in ihrer Erwerbsbiografie bringen häufig Eigenschaften mit, die in vielen Betrieben dringend gebraucht werden: Belastbarkeit, Motivation, Loyalität und Lebenserfahrung.

Das Fachkräftezentrum Kreis Ahrweiler kündigte weitere Themenveranstaltungen für Unternehmen an:

  • Juni 2026: Ausbildung und duales Studium am RheinAhrCampus Remagen
  • September 2026: Arbeitsmarktdrehscheibe
  • November 2026: Beschäftigtenqualifizierung und Fördermöglichkeiten

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