Feuerwehren der Verbandsgemeinde Adenau verhindern Wipfelfeuer in Steillage

Adenau. Als natürliche Brandbarriere der Feuerwehr der Zufahrtsweg zum Aussichtsturm. Während die Trasse ein weiteres Ausbreiten nach oben stoppte, riegelten die Einsatzkräfte das Feuer an den beiden verbleibenden Flanken mit speziellen Waldbrandkomponenten ab und löschten die Front im Verlauf gezielt ab. Nach dem ersten Nachlassen der Flammen begann die schwere Handarbeit am Steilhang. Mit Motorsägen schnitten Wehrleute am Boden liegendes Holz frei, um verborgene Nester freizulegen. Wackersteine der Böschungsbefestigung hatten enorme Hitze gespeichert. Sie mussten einzeln per Hand umgedreht und abgekühlt werden. Um Brandherde im Erdreich und an den tief sitzenden Wurzeln endgültig zu ersticken, setzten die Teams Löschwasser mit beigemischtem Netzmittel ein.
Glutnester-Suche aus der Luft und pendelnde Tanker
Für das lückenlose Aufspüren verborgener Glut kam Wärmebildtechnik zum Einsatz. Neben Handgeräten flog die Feuerwehr-Drohne der Verbandsgemeinde Adenau den Hang ab und lieferte Luftbilder der Wärmesignaturen. Die größte technische Hürde war das Löschwasser. Weil Großfahrzeuge nicht bis direkt an die Einsatzstelle vorstoßen konnten, richteten die Wehrleute einen Pendelverkehr mit mehreren Tanklöschfahrzeugen über eine lange Wegstrecke ein. Den Transport von Mannschaft und Material im Nahbereich übernahmen wendige Geländefahrzeuge (UTVs).
Hintergrund: Was ist eine Waldbrandkomponente?

Bei Vegetationsbränden herrscht oft Löschwassermangel. Eine Waldbrandkomponente nutzt leichtere, dünnere D-Schläuche und spezielle Strahlrohre. Sie geben deutlich weniger Wasser ab. Das reduziert nicht nur den Wasserverbrauch pro Minute drastisch, sondern erleichtert den Kräften das Nachführen der Schläuche im steilen Gelände erheblich.
Schutz der Einsatzkräfte und Fehlalarm in Wershofen
Bei den hochsommerlichen Temperaturen stand der Hitzeschutz der Einsatzkräfte im Fokus. Um Erschöpfung vorzubeugen, stellte die Einsatzleitung ausreichend Getränke bereit. Ein bereitstehender Rettungswagen musste glücklicherweise nicht für schwere Notfälle eingreifen. Eine Einsatzkraft erlitt im unwegsamen Gelände jedoch ein Umknicktrauma. An der Hohen Acht waren die Feuerwehren aus Kaltenborn, Adenau, Antweiler, Nürburg, Schuld, Wiesemscheid sowie Kempenich (VG Brohltal) zusammen mit Rettungsdienst und Polizei im Einsatz. Zeitgleich gab es eine Schrecksekunde in der VG Adenau: Im Bereich Wershofen meldeten Anwohner Brandgeruch im Freien. Die angerückten Einheiten aus Aremberg und Wershofen konnten dort jedoch rasch Entwarnung geben – ein Feuer bestätigte sich nicht.
