Ex-Kriminalbeamter Stefan Linder liest in Marienthal
Wenn einer 40 Jahre lang dorthin gerufen wird, wo andere wegsehen, dann hat er etwas zu erzählen. Am Freitag, 13. März, 19 Uhr, liest der ehemalige Kriminalhauptkommissar Stefan Linder im Freundschaftshaus in Marienthal aus seinem Buch „Der verschwundene Herr Hoffmann. Erinnerungen aus 40 Jahren im Dienst des Landes als Feldjäger und Kriminalist“.

Linder war Personenschützer des Generalinspekteurs der Bundeswehr zur Zeit der dritten RAF-Generation, später Kriminalbeamter mit hunderten Fällen: Mord, Suizid, Brandstiftung, Cold Cases. Sein „größter“ und wohl schwerster Einsatz: die Leitung der Vermisstenstelle während der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 .
Wer damals im Ahrtal lebte, weiß: Zahlen erzählen nichts. Gesichter schon. Linder spricht über Identifizierung, über Gewissheit – und über das, was bleibt, wenn Gewissheit unmöglich ist. Ans Herz geht sein Engagement für die Identifizierung von vier gefallenen Wehrmachtssoldaten. Geschichte endet nicht. Sie wartet.
Der Titel „Der verschwundene Herr Hoffmann“ klingt nach Kriminalroman. Doch Linder schreibt keine Fiktion. Er schreibt Protokolle eines Berufs, der selten Applaus kennt. Präzise, sachlich, ohne Pathos – und gerade deshalb eindringlich.
Was erwartet das Publikum? Keine Effekthascherei. Keine falsche Heldenpose. Sondern Einblicke in Ermittlungsarbeit, in Führung unter Extrembedingungen und in die psychische Last eines Berufs, der Nähe verlangt und Distanz erzwingen muss. Linder erzählt, wie eine Crew in einer der größten Krisen des Landes zusammensteht.
Autorenlesung mit Stefan Linder
Freitag, 13. März 2026
19 Uhr, Freundschaftshaus Marienthal
