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Grundstein für die Zukunft

„Wir schaffen ein neues Fundament für die Zukunft.“ Jetzt wurde in Mayschoß der Grundstein für den Neubau der Winzergenossenschaft gelegt. Und der Vorstand der Genossenschaft stößt darauf an.
Fast fünf Jahre nach der Flutkatastrophe von 2021 entsteht dort, wo Wasser, Schlamm und Zerstörung tiefe Wunden hinterlassen haben, ein neues Zentrum des Weinbaus an der Ahr.

Mayschoß.  Mit der feierlichen Grundsteinlegung setzt die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr ein Ausrufezeichen für den Wiederaufbau im Ahrtal.

Die WG Mayschoß-Altenahr hat den Grundstein für ihr neues Zuhause gelegt. Carsten Berke (l.) und Mirco Burkardt blicken positiv in die Zukunft.
Die WG Mayschoß-Altenahr hat den Grundstein für ihr neues Zuhause gelegt. Carsten Berke (l.) und Mirco Burkardt blicken positiv in die Zukunft.

Fast fünf Jahre nach der Flutkatastrophe von 2021 entsteht dort, wo Wasser, Schlamm und Zerstörung tiefe Wunden hinterlassen haben, ein neues Zentrum des Weinbaus an der Ahr. Carsten Berke, der Vorstandsvorsitzende der Winzerkooperative: „Der Neubau soll moderne Produktions- und Verwaltungsflächen, Veranstaltungsräume, Verkauf und Gastronomie miteinander verbinden. nachhaltig, hochwassersensibel und eng verwurzelt in der Region.“

Die älteste Winzergenossenschaft der Welt blickt dabei auf eine bewegte Geschichte zurück. Bereits 1868 schlossen sich 18 Mayschosser Winzer zusammen, um sich wirtschaftlich unabhängiger zu machen. Was damals aus Not und Gemeinschaftssinn entstand, wurde über Generationen hinweg zu einem festen Bestandteil der Identität der Menschen vor Ort.

Vorstandsvorsitzender Carsten Berke sprach von einem „Zeichen des Neubeginns, der Zuversicht und der Gemeinschaft“.

Planungsauftrag ist Herzensangelegenheit

Dieser Neubau ist das Symbol für Hoffnung und Zukunft: Die WG Mayschoß-Altenahr hat den Grundstein für ihr neues Zuhause gelegt.
Dieser Neubau ist das Symbol für Hoffnung und Zukunft: Die WG Mayschoß-Altenahr hat den Grundstein für ihr neues Zuhause gelegt.

Besondere Akzente setzte auch die Rede des Architekten Marco Hoffmann vom Büro STADTLAND SLAR Architektur GmbH. Für ihn sei das Projekt „weit mehr als nur ein Auftrag“, sondern eine „Herzensangelegenheit“. Die Planung habe sein gesamtes Team tief bewegt. Hoffmann erinnerte daran, dass erste Planungsaufträge bereits wenige Wochen vor der Flut vergeben worden waren – zu einem Zeitpunkt, als niemand ahnen konnte, wie drastisch sich das Leben an der Ahr verändern würde. Gerade deshalb verstehe sich der Neubau heute als bewusstes Zeichen gegen Resignation. „Wir bauen nicht einfach nur Gebäude wieder auf. Wir schaffen ein neues Fundament für die Zukunft“, sagte Hoffmann. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 30 Millionen Euro sende ein starkes Signal weit über Mayschoß hinaus.

Begegnung, Genuss, Lebensfreude

Architektonisch soll der Neubau eine Brücke schlagen – zwischen Tradition und Moderne. Geplant sind großzügige Veranstaltungs- und Verkaufsräume, moderne Verwaltungsbereiche und ein Restaurant, das Gäste wie Einheimische anziehen soll. Hoffmann formulierte es so: „Hier entsteht ein Ort der Begegnung, des Genusses und der Lebensfreude.“ Dabei spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Die Fassaden sollen bewusst mit regionaler Ahrgrauwacke aus Schuld gestaltet werden. Der Naturstein verbindet das Gebäude optisch mit den steilen Weinbergen der Region und macht die Architektur zu einem Teil der Landschaft. Auch beim Hochwasserschutz zieht das Projekt Konsequenzen aus den Erfahrungen der Flut. Geplant sind begrünte Dachflächen mit wasserspeichernden Aufbauten, Rückhaltesysteme für Regenwasser und zusätzlicher mobiler Hochwasserschutz. Moderne Architektur müsse heute Verantwortung übernehmen, betonte Hoffmann.

Grundstein und Zeitkapsel

„Wir schaffen ein neues Fundament für die Zukunft.“ Mit diesen Worten wurde in Mayschoß der Grundstein für den Neubau der Winzergenossenschaft gelegt.
„Wir schaffen ein neues Fundament für die Zukunft.“ Mit diesen Worten wurde in Mayschoß der Grundstein für den Neubau der Winzergenossenschaft gelegt.

Emotional wurde es erneut beim Blick auf die Zeitkapsel, die gemeinsam mit dem Grundstein eingelassen wurde. Sie enthält unter anderem Tageszeitungen, Baupläne, Münzen, Wein, eine aktuelle Preisliste, die Satzung der Genossenschaft und Erinnerungsstücke aus der Flutzeit. Botschaften an kommende Generationen. Hoffmann formulierte die Bedeutung dieser Geste: „Hier bauten Menschen, die sich von einer Katastrophe nicht entmutigen ließen.“ Der Wiederaufbau im Ahrtal besteht nicht nur aus Beton und Bauplänen. Er lebt von Menschen, die geblieben sind, weitergemacht haben – und wieder an Zukunft glauben.

 

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