Am Nürburgring entsteht eine neue Station
Nürburg. Die Johanniter investieren in eine neue Luftrettungsstation am Nürburgring. Mit einem symbolischen Spatenstich begann am Freitag, 30. Oktober, das Bauprojekt. Geplant sind ein Funktionsgebäude mit Hubschrauberhangar, Arbeits- und Aufenthaltsräume für die Besatzungen sowie ein neuer Landeplatz. Dieser soll Starts und Landungen bei Tag und Nacht ermöglichen. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2027 vorgesehen.
Luftrettung weit über die Eifel hinaus
Seit mehr als zehn Jahren sind die Johanniter am Nürburgring stationiert. Gemeinsam mit dem Nürburgring Medical Center und weiteren Rettungsorganisationen sichern sie den Rennstreckenbetrieb und Großveranstaltungen medizinisch ab. Die Luftrettung erfüllt jedoch auch eine wichtige Aufgabe außerhalb des Nürburgrings. Sie ergänzt die reguläre Notfallversorgung, insbesondere wenn Rettungswagen oder Notärzte bereits im Einsatz sind. Das Einsatzgebiet reicht nach Angaben des Ersten Kreisbeigeordneten Horst Gies über die Eifel hinaus bis in den Westerwald, den Hunsrück und den Taunus.
Besonders wichtig nach der Klinikschließung in Adenau
Für die Verbandsgemeinde Adenau hat die Luftrettung eine besondere Bedeutung. Bürgermeister Guido Nisius verwies beim Spatenstich auf die Schließung des Krankenhauses in Adenau vor rund zweieinhalb Jahren. Seitdem seien die Entfernungen zu den nächsten Kliniken ein noch größeres Problem. Lange Fahrzeiten könnten Rettungswagen und Notärzte über längere Zeit binden. In solchen Situationen ergänze die Luftrettung die bestehenden Rettungsstrukturen. Zusammen mit dem Nürburgring Medical Center sei am Nürburgring eine medizinische Infrastruktur entstanden, die für die Verbandsgemeinde von großer Bedeutung sei.
Partnerschaft für weitere 30 Jahre gesichert
Mit dem Neubau setzen die Johanniter ihre langfristige Zusammenarbeit mit dem Nürburgring fort. Bereits im Juni 2024 hatten beide Partner ihre Kooperation vertraglich um weitere 30 Jahre verlängert. Frank Zabell, Mitglied der Geschäftsführung der Johanniter Luftrettung, bezeichnete die Investition als Konsequenz dieser Vereinbarung. Der neue Hangar und die Arbeitsräume sollen die Bedingungen für die medizinischen und fliegerischen Besatzungen verbessern. Auch Nürburgring-Geschäftsführer Ingo Böder betonte die Bedeutung einer leistungsfähigen medizinischen Infrastruktur. Diese sei sowohl für Motorsportveranstaltungen und Festivals als auch für den täglichen Betrieb notwendig. Mit dem geplanten Neubau soll der Luftrettungsstandort langfristig gesichert und weiterentwickelt werden.
