Tag der Demokratie: Viele Organisationen laden zum Mitmachen
Remagen. Wie gefährden Fake News und künstliche Intelligenz unsere Demokratie? Wer entscheidet, was wahr ist? Und wie können Bürger selbst demokratische Werte schützen? Um diese Fragen geht es am Samstag, 21. November 2026, beim Tag der Demokratie in Remagen. Von 13 bis 17 Uhr laden mehr als 30 Organisationen in die Rheinhalle ein. Geplant sind Diskussionen mit Fachleuten, Mitmachaktionen, Kunstausstellungen und Informationsstände. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „DEMOKRATIE MACHT WAHRHEIT“. Die drei Begriffe bilden den roten Faden des Programms. Besucher können mit Fachleuten diskutieren, unterschiedliche Standpunkte kennenlernen und sich über Möglichkeiten des gesellschaftlichen Engagements informieren.
Künstliche Intelligenz und Fake News im Mittelpunkt
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Einfluss digitaler Technologien auf die Demokratie. Wie verändern soziale Medien und ihre Algorithmen unsere Wahrnehmung? Welche Gefahren gehen von manipulierten Bildern und Videos aus? Und wie lässt sich erkennen, welchen Informationen man vertrauen kann?
Diesen Fragen widmen sich mehrere Gesprächsrunden. Dr. Marc Jan Eumann, Direktor der Medienanstalt Rheinland-Pfalz, diskutiert über den Nutzen eines Handyverbots an Schulen. Dirk Specht spricht über Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz für die Demokratie. Professor Uwe Jaekel beschäftigt sich mit der Macht künstlicher Intelligenz im Alltag. Ein Oberstaatsanwalt und eine Jugendschöffin erläutern Fragen zur Macht der Rechtsprechung. Maximilian Berhardt von der Bundeswehr geht der Frage nach, ob russische Desinformation eine Gefahr für Streitkräfte und Gesellschaft darstellt. Auch der Umgang mit unterschiedlichen Meinungen steht auf dem Programm. Gordana Rammert, operative Geschäftsführerin des Online-Mediums „Volksverpetzer“, spricht über Macht und Wahrheit. Weitere Gespräche befassen sich mit dem interreligiösen Dialog und dem Verhältnis von christlicher Soziallehre und Technokratie. Die Gesprächsrunden finden zwischen 13.30 und 16.15 Uhr statt. Vorgesehen sind jeweils drei 45-minütige Gesprächsinseln zu den Themen Demokratie, Macht und Wahrheit.
Mehr als 30 Organisationen stellen sich vor
Neben den Diskussionen bietet die Rheinhalle zahlreiche Möglichkeiten zum Mitmachen. Mehr als 30 Organisationen präsentieren ihre Arbeit. Dazu gehören Amnesty International, der Gemeinschaftsgarten Remagen, der Postsportverein und der Verein „Würde unantastbar“. Besucher können sich spielerisch mit Demokratie beschäftigen, in einer Fotobox Stellung beziehen oder auf einer sogenannten Würdetafel ein Zeichen setzen. Auch Statement-Armbänder gehören zu den Angeboten. Künstler beteiligen sich mit Installationen und Aktionen. Im Foyer gibt es Kaffee und Kuchen, Paella vom Migrationsbeirat sowie türkische Spezialitäten von Merida e. V.
Interreligiöses Gebet an der Friedenskapelle
Bereits um 12 Uhr beginnt an der Friedenskapelle „Schwarze Madonna“ ein interreligiöses Gebet. Vertreter dreier christlicher Konfessionen und Muslime beteiligen sich daran. „Als religiöse Menschen wollen wir an diesem besonderen Ort unsere Gedanken zu diesem Motto deutlich machen und zeigen, dass auch wir für die demokratischen Werte einstehen“, erklärt Mitorganisatorin Monika Bliss.
Eine Veranstaltung mit besonderer Geschichte
Der Tag der Demokratie hat in Remagen eine lange Tradition. Seit 2012 organisiert das Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie die Veranstaltung. Ihre Wurzeln liegen in den Protesten gegen rechtsextreme Versammlungen rund um das Friedensmuseum und die Friedenskapelle. Diese Proteste begannen bereits 2005. Aus dem damaligen Protest entwickelte sich eine Veranstaltung, bei der heute der Austausch über demokratische Werte, gesellschaftliche Verantwortung und aktuelle politische Fragen im Mittelpunkt steht. Die Organisation übernimmt auch 2026 das Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie. Veranstalter ist in diesem Jahr der Politische Arbeitskreis Schulen e. V. Das Projekt wird durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert. Rund 20 Ehrenamtliche bereiten den Aktionstag nach Angaben der Organisatoren seit Jahresbeginn vor.
Tag der Demokratie Remagen 2026: Die wichtigsten Informationen
- Termin: Samstag, 21. November 2026
- Uhrzeit: 13 bis 17 Uhr
- Ort: Rheinhalle Remagen
- Interreligiöses Gebet: 12 Uhr, Friedenskapelle „Schwarze Madonna“
- Gesprächsinseln: 13.30 bis 16.15 Uhr
- Programm: Diskussionen, Infostände, Mitmachaktionen, Kunst und kulinarische Angebote
- Weitere Informationen: www.tagderdemokratie-remagen.de
