Zwölf Meter in die Tiefe: So baut Mayschoß wieder auf
Mayschoß. Zwölf Meter tiefe Bohrungen, tonnenschwere Betonelemente und Kosten in Millionenhöhe: Der Wiederaufbau der Ahrufermauer in Mayschoß ist eines der aufwendigsten Infrastrukturprojekte der Ortsgemeinde. Seit April 2026 wird zwischen dem Waagplatz und dem Neubau der Winzergenossenschaft gebaut. Bis Sommer 2027 soll die neue Ufermauer fertig sein. Die Flutkatastrophe im Juli 2021 hatte die Mauer entlang der Bundesstraße 267 auf rund 250 Metern schwer beschädigt, teilweise sogar vollständig zerstört. Jetzt entsteht ein neues Bauwerk, das nicht nur das Ahrufer sichern, sondern auch künftigen Hochwassern besser standhalten soll.
Zwölf Meter tief für mehr Stabilität
Die größte Herausforderung liegt unter der Erde. Für das Fundament werden bis zu zwölf Meter tiefe Löcher gebohrt. Darin versenken die Bauarbeiter Stahlkörbe, die anschließend mit Beton ausgegossen werden. Die so entstehenden Bohrpfähle bilden das tragende Fundament der neuen Ufermauer. Darauf werden vorgefertigte Betonelemente gesetzt. Ihre sichtbaren Flächen erhalten eine Natursteinoptik, damit sich die neue Konstruktion in das Ortsbild von Mayschoß einfügt. Die aufwendige Bauweise hat einen Grund: Die alte Mauer lässt sich nicht einfach nach historischem Vorbild wiederherstellen. Heute gelten strengere technische Anforderungen an Standsicherheit, Statik und Hochwasseranpassung. Auch wasserwirtschaftliche Vorgaben und Anforderungen der Fachbehörden müssen berücksichtigt werden.
Schutz für Ahrufer und Gehweg
Die neue Mauer soll gleich mehrere Aufgaben erfüllen. Sie stabilisiert das Ahrufer und dient zugleich als Absturzsicherung für den Gehweg entlang der B267. Ihre hochwasserangepasste Konstruktion soll außerdem die Widerstandsfähigkeit dieses Uferabschnitts verbessern.
Kosten gehen in die Millionen
Finanziell ist das Projekt eine erhebliche Herausforderung. Nach aktuellem Stand liegt das Investitionsvolumen bei mehreren Millionen Euro. Eine genaue Gesamtsumme steht allerdings noch nicht fest. Vor allem die aufwendige Tiefgründung und die hohen technischen Anforderungen treiben die Kosten. Hinzu kommen mögliche Anpassungen während der Bauarbeiten. Die Kostenaufstellung wird deshalb laufend fortgeschrieben und mit der Wiederaufbauförderung abgestimmt.
Fertigstellung im Sommer 2027 geplant
Die Arbeiten laufen seit April 2026. Nach derzeitiger Planung soll die neue Ahrufermauer bis Sommer 2027 fertiggestellt werden. Damit erhält Mayschoß ein wichtiges Stück Infrastruktur zurück – technisch auf dem neuesten Stand und mit dem Ziel, das Ahrufer und die angrenzenden Verkehrsflächen langfristig besser zu schützen.
