In Sinzig schrauben Schüler an der Energiewende
Sinzig. Erst sägen und schrauben, dann Dachziegel verlegen und Solarmodule montieren: An der Barbarossaschule in Sinzig haben 18 Schülerinnen und Schüler selbst Hand angelegt. Bei der zweiten Auflage von „Solarcamp macht Schule“ im Kreis Ahrweiler lernten sie, wie Photovoltaik funktioniert – und welche beruflichen Chancen das Handwerk bietet. Zwei Tage lang verwandelte sich der Schulhof in eine kleine Baustelle. Zunächst errichteten die Jugendlichen mehrere Übungsdächer. Dabei unterstützte sie die Firma Hanisch Holzbau aus Bad Neuenahr-Ahrweiler. Adams Holzbau aus Niederzissen fertigte erstmals die benötigten Holzteile mithilfe einer CNC-Maschine. Am zweiten Projekttag ging es um erneuerbare Energien. Nach einer theoretischen Einführung deckten die Jugendlichen ihre Dächer mit Dachpfannen und installierten Solarmodule. Fachliche Unterstützung erhielten sie von der Firma Energiegewinn Geschier aus Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Handwerk statt grauer Theorie
Für Sebastian Spilles, Lehrer und Projektleiter an der Barbarossaschule, steht die Berufsorientierung im Mittelpunkt. Die Jugendlichen sollen erfahren, welche Möglichkeiten ihnen das Handwerk bietet. Auch die beteiligten Betriebe verfolgen ein klares Ziel: Nachwuchs gewinnen. Zimmermeister Volker Hanisch sieht in dem Projekt eine Chance, jungen Menschen seinen Beruf vorzustellen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dass praktisches Arbeiten Interesse wecken kann, zeigt die Reaktion einer Schülerin der Klasse 9a: „Ausprobieren ist der beste Weg herauszufinden, was wir nach der Schule machen wollen.“
Dritte Auflage bereits geplant
Die Initiative startete 2025 an den Schulen des Calvarienbergs in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Entwickelt wurde sie aus einer Idee des Runden Tisches Erneuerbare Energien gemeinsam mit Solarcamp for Future und regionalen Partnern. Das Klimaschutzteam der Kreisverwaltung koordiniert die Zusammenarbeit. Finanzielle Unterstützung kommt von der Stiftung „Zukunft Kreis Ahrweiler“ der Kreissparkasse Ahrweiler. Eine dritte Auflage ist bereits in Planung.
Entscheidend ist, was daraus wird
Das Projekt verbindet zwei Herausforderungen: die Energiewende und den Fachkräftemangel im Handwerk. Doch zwei Projekttage allein schaffen noch keine neuen Fachkräfte. Ob aus der Begeisterung tatsächlich Praktika, Ausbildungsplätze oder berufliche Perspektiven entstehen, bleibt offen. Dennoch: Der praktische Ansatz ist vielversprechend.
