100 Jahre und ein neues Zuhause für die Kesselinger Feuerwehr

Kesseling. Die Freiwillige Feuerwehr Kesseling hat am Sonntag, 23. August, ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Zugleich wurde das neue Feuerwehrgerätehaus offiziell eingeweiht und eingesegnet. Rund 1,9 Millionen Euro wurden in den Neubau investiert. Damit erhält die Wehr nach langer Planung moderne Bedingungen für Einsatz, Ausbildung und Nachwuchsarbeit.
Wie der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Dominik Gieler, im Rahmen der Feierlichkeiten sagte, sei der Weg zum neuen Standort lang gewesen. Bereits 2017 stellte der Verbandsgemeinderat fest, dass das bisherige Gerätehaus im Ortskern den Anforderungen moderner Feuerwehrarbeit und den Abmessungen heutiger Einsatzfahrzeuge nicht mehr genügte. Im Februar 2021 begann die konkrete Architektenplanung. Und dann kam 2021 die Flutkatastrophe.
Die Planungen mussten vorübergehend zurückgestellt werden, weil Notfall- und Wiederaufbaumaßnahmen Vorrang hatten. Erst im Oktober 2024 folgte der Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus. Im Juli 2026 waren die Arbeiten am und im Gebäude weitgehend abgeschlossen. Wie Gieler sagte, ist das Projekt allerdings noch nicht ganz abgeschlossen. Außenanlage und Zuwegung fehlen noch. Die Erschließungsarbeiten sollen voraussichtlich im September beginnen. Deshalb kann die Feuerwehr das Gebäude derzeit noch nicht vollständig nutzen. Theoretische Schulungen und ein Teilumzug sind nach der Einsegnung jedoch bereits möglich. Für Gieler sei das Jubiläum aber ein würdiger und sehr passender Anlass, den Neubau einzuweihen und den Kesslinger Bürgerinnen und Bürgern sowie den Feuerwehrkameraden benachbarter Wehren vorzustellen.
Dominik Gieler machte eine weitere Anmerkung zum Thema Finanzierung: „Es fällt ein deutliches Ungleichgewicht auf. Von der Investition in Höhe von rund 1,9 Millionen Euro steuert das Land Rheinland-Pfalz lediglich eine Festbetragsförderung von 164.300 Euro bei.“ Damit bleibe der mit Abstand größte finanzielle Anteil bei der Verbandsgemeinde Altenahr. Wie Gieler weiter sagte investiere die Verbandsgemeinde nicht in Komfort, sondern in die Infrastruktur einer Freiwilligen Feuerwehr – und damit in zeitgemäße Arbeits-, Ausbildungs- und Einsatzbedingungen für Menschen, die ihren Dienst ehrenamtlich leisten. Gerade vor diesem Hintergrund bekommt das neue Gerätehaus über Kesseling hinaus Bedeutung: Wer auf leistungsfähige Freiwillige Feuerwehren setzt, muss auch die räumlichen und technischen Voraussetzungen dafür schaffen.
Florian Ulrich, Feuerwehrchef der Verbandsgemeinde Altenahr, ging in seinem Grußwort der Frage nach, welchen Wert eine Feuerwehr für die Gesellschaft habe und ob ein solcher Wert in Zahlen gemessen werden könne, wenn es um die Sicherheit der Menschen ginge.
Ortsbürgermeister Udo Bläser dankte in seiner kurzen Ansprache den Freiwilligen der Feuerwehr für ihren ehrenamtlichen Dienst an der Gesellschaft.
Zur Einheit der Kesselinger Feuerwehr gehört auch die Löschgruppe Staffel. Sie wurde 1954 neu aufgebaut und 1972 im Zuge der Kommunalreform fest in die Feuerwehr Kesseling eingegliedert. Heute führen Wehrführer Thorsten Schmitz und sein Stellvertreter Sascha Bauer die Feuerwehr. Für die Löschgruppe Staffel tragen Löschgruppenführer Jan Claesgens und sein Stellvertreter Timo Groß Verantwortung.
Thorsten Schmitz, der Chef der Kesselinger Feuerwehr, erläuterte in seiner Ansprache die besonderen Anforderungen des Einsatzgebietes. Neben klassischem Brandschutz und Technischer Hilfeleistung prägen große zusammenhängende Waldflächen sowie die Tallage mit Kesselinger, Staffeler und Weidenbacher Bach die Arbeit. Starkregen und Überflutungen gehören ebenso zum Risikoprofil wie die durch Trockenperioden wachsende Wald- und Vegetationsbrandgefahr. Als Beispiel nannte er den Vegetationsbrand am Steinerberg im Jahr 2024.
Neben den neuen Räumen, so Thorsten Schmitz, gehört auch ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser, kurz TSF-W, zur Ausstattung. Das Fahrzeug verfüge unter anderem über einen 750-Liter-Löschwassertank und einen elektrisch ausfahrbaren Lichtmast. Nach Fertigstellung des Gebäudes soll entsprechend dem Brandschutzbedarfsplan zusätzlich ein Fahrzeug mit Schwerpunkt Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung in Kesseling stationiert werden. Thorsten Schmitz sieht Feuerwehrhaus und TSF-W deshalb als die entscheidenden Verbesserungen an. Die neuen Räume böten bessere Voraussetzungen für Aus- und Fortbildung und stärkten langfristig die Einsatzbereitschaft. Besonders wichtig sei ihm die Jugendfeuerwehr. „Die Jugendfeuerwehr ist das Fundament unserer Zukunft und sichert den Fortbestand unserer Freiwilligen Feuerwehr Kesseling.“
Nun gelte es, so Schmitz, das Gebäude „mit Leben zu füllen“ und gemeinsam zu einem starken Mittelpunkt der Feuerwehr zu machen.
Die Jugendfeuerwehr Kesseling besteht seit dem 2. April 1998. Mädchen und Jungen werden dort ab zehn Jahren an Feuerwehrtechnik, Erste Hilfe und die Aufgaben einer Einsatzabteilung herangeführt. Verantwortlich ist Pia Grisotto, die zugleich als Jugendwartin der Verbandsgemeinde Altenahr tätig ist.
Diese Firmen waren am Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Kesseling beteiligt:
Die Elektroinstallation hat
Mühlenauel 60,
53506 Ahrbrück
übernommen.
Die Heizungs- und Lüftungsinstallation sowie die Sanitärinstallation lag in der Verantwortung der
Im Straußenpesch 48
53518 Adenau
