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Kreis-Haushalt 2026 steht

Der Kreistag hat den Haushalt 2026 beschlossen. Ein Etat, der zeigt, wie massiv soziale Pflichtaufgaben den Kreis unter Druck setzen.
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Haushalt des Kreises Ahrweiler für das Jahr 2026 steht und er hat es in sich: 379,15 Millionen Euro Ausgaben, aber nur 353,03 Millionen Euro Einnahmen. Bedeutet: Ein Defizit von 26,12 Millionen Euro.

60 Prozent des Kreis-Haushaltes fließen in soziale Aufgaben

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Haushalt des Kreises Ahrweiler für das Jahr 2026 steht und er hat es in sich: 379,15 Millionen Euro Ausgaben, aber nur 353,03 Millionen Euro Einnahmen. Bedeutet: Ein Defizit von 26,12 Millionen Euro.

Haushalt 2026: Rekordausgaben für Soziales und Jugend.
Haushalt 2026: Rekordausgaben für Soziales und Jugend.

Landrätin Cornelia Weigand: Dieses Defizit lasse sich „nicht aus eigener Kraft abbauen“. Sie erneuerte ihren Appell an Bund und Länder, die Kommunen endlich strukturell zu entlasten. 22 der 24 rheinland-pfälzischen Landkreise schreiben zusammen ein Gesamtdefizit von über 540 Millionen Euro. Weigand warnte: „Ohne Reformen hält das System die kommenden Jahre nicht durch“.

Sozial- und Jugendhilfeetat steigt massiv – 228,6 Millionen Euro im Jahr 2026

Wie schon in den Vorjahren dominieren soziale Pflichtaufgaben den Kreisetat. Die Bereiche Jugend, Soziales und Gesundheit schlagen 2026 mit 228,6 Millionen Euro zu Buche – rund 60 Prozent des gesamten Haushaltsvolumens.

Die Kostensteigerung hat zwei klare Treiber:
– Tarifsteigerungen bei Leistungsträgern
– zunehmende Pflichtaufgaben, die weder Bund noch Land ausreichend gegenfinanzieren

Allein die Sozialausgaben steigen um 10,19 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr; die Jugendhilfe erhöht sich um knapp 8,8 Millionen Euro. Weigand fordert ein „Umdenken auf höchster Ebene“. Ohne auskömmliche gesetzliche Finanzierung liefen die Kommunen unweigerlich auf Verschuldung zu.

ÖPNV und Schülerbeförderung: Ein einmaliger Effekt kaschiert den Trend

Die Schülerbeförderung, im Kreis an den ÖPNV gekoppelt, verursacht 2026 Aufwendungen von rund 31,9 Millionen Euro. Die Nettobelastung für den Kreis liegt bei 14,5 Millionen Euro – 1,5 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Doch dieser Rückgang ist kein struktureller Erfolg: Er beruht ausschließlich auf einer einmaligen Spitzenabrechnung zum Deutschland-Ticket in Höhe von 3,5 Millionen Euro.

Grundtendenz: Die Kosten für Verkehrsleistungen steigen weiter – eine Refinanzierung ist nicht in Sicht .

Wiederaufbau der Schulen und Gewässersanierung bleiben Großprojekte

2026 fließen über 42,26 Millionen Euro in den Wiederaufbau und die Sanierung kreiseigener Schulen, vor allem jener, die von der Flut betroffen waren. Auch der Hochwasserschutz bleibt gewaltig dimensioniert: Rund 50 Millionen Euro sind für Gewässerwiederherstellung und Vorsorgemaßnahmen vorgesehen. Die größten Einzelpositionen:
– Walporzheim: 10,5 Millionen Euro
– Altenahr: 8 Millionen Euro für Gewässeraufweitung und Stützmauer

Investitionen in Sicherheit und Infrastruktur

Für Brand- und Katastrophenschutz sowie das Rettungswesen stehen 5,77 Millionen Euro bereit. Darin enthalten: 2,55 Millionen Euro für neue Sirenen in nicht flutbetroffenen Orten. Über mehrere Jahre summiert sich dieser Ansatz auf 4,5 Millionen Euro.

Weitere Investitionsschwerpunkte:
– Zuschüsse für Kita-Baukosten: über 1,5 Millionen Euro
– Zuschüsse für Kreisstraßen: rund 3,3 Millionen Euro

Weigand: „Wir stellen die Weichen für die Zukunft des Kreises“

Trotz der angespannten Finanzlage sieht die Landrätin im Haushalt ein wichtiges Signal: Stabilität und Planungssicherheit für die Verwaltung. Zugleich bleibe sie auf Landes- und Bundesebene in Gesprächen für nachhaltige Lösungen. Der beschlossene Haushalt muss nun noch durch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion genehmigt werden.

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