25 Kilometer fehlen noch! So soll die A1 durch die Eifel führen
Adenau/Kelberg. Wo soll die Autobahn 1 künftig durch die Eifel verlaufen? Welche Flächen werden für den Bau benötigt? Und was bedeutet das Vorhaben für Natur und Landschaft? Antworten auf diese Fragen liefert ein neuer digitaler Projektatlas der Autobahn GmbH. Jetzt können Bürger die Planungen für den südlichen Abschnitt des A1-Lückenschlusses zwischen Adenau und Kelberg interaktiv erkunden. Besonders interessant: Wer Fragen zu einer bestimmten Stelle der geplanten Trasse hat, kann diese direkt in der Karte hinterlassen. Damit wird ein Infrastrukturprojekt anschaulicher, über das seit Jahrzehnten diskutiert wird. Zwischen Blankenheim in Nordrhein-Westfalen und Kelberg in Rheinland-Pfalz fehlen noch rund 25 Kilometer Autobahn. Die Lücke verhindert bislang eine durchgehende A1-Verbindung durch die Eifel.
So funktioniert der digitale Projektatlas
Die neue Anwendung zeigt, wie die Autobahn künftig verlaufen soll. Nutzer können die geplante Trasse mit der heutigen Landschaft vergleichen und einzelne Streckenabschnitte genauer betrachten. Dabei geht es nicht nur um Straßen, Brücken und Anschlussstellen. Der Projektatlas enthält auch Informationen zu ökologischen Ausgleichsmaßnahmen und geschützten Gebieten entlang der geplanten Autobahn. Eine besondere Funktion ermöglicht es, Fragen unmittelbar auf der digitalen Karte zu platzieren. Wer beispielsweise wissen möchte, welche Auswirkungen die Trasse an einem bestimmten Ort haben könnte, kann dort eine Frage hinterlassen. Bereits eingegangene Fragen und die dazugehörigen Antworten sind ebenfalls abrufbar. Die Autobahn GmbH will damit nach eigenen Angaben die Planungen verständlicher machen und die Öffentlichkeit frühzeitig informieren. „Mit dem Projektatlas machen wir die Planungen zum A1-Lückenschluss für alle Interessierten digital und leicht zugänglich“, erklärt Athanasios Mpasios, Leiter der Außenstelle Euskirchen und Projektleiter des A1-Lückenschlusses. Ziel sei es, das komplexe Vorhaben verständlich darzustellen und Transparenz über die einzelnen Planungsschritte zu schaffen.
Was bedeutet das für den Kreis Ahrweiler?
Für den Kreis Ahrweiler ist vor allem der Bereich um Adenau von Bedeutung. Dort treffen zwei der drei Planungsabschnitte des Lückenschlusses aufeinander. Das Gesamtprojekt umfasst folgende Strecken:
Die neue interaktive Karte konzentriert sich zunächst auf den südlichen Abschnitt zwischen Adenau und Kelberg. Nach Angaben der Autobahn GmbH soll der vollständige Lückenschluss vor allem die Verkehrsverbindung zwischen Köln und Trier verbessern. Der Bund stuft alle drei Abschnitte als vordringlichen Bedarf ein. Die Autobahn GmbH erwartet darüber hinaus positive Auswirkungen auf Wirtschaft und Tourismus in der Eifel. Dabei handelt es sich um eine Einschätzung des Projektträgers, nicht um bereits nachgewiesene Effekte.
Südlicher Abschnitt: Planung rechtlich gesichert
Beim südlichen Abschnitt ist das Projekt einen entscheidenden Schritt weiter. Im November 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die rechtlichen Voraussetzungen für den Bau der Strecke zwischen Adenau und Kelberg. Damit kann die Planung in die nächste Phase gehen. Bereits im März 2026 begannen Arbeiten zur Vorbereitung ökologischer Ausgleichsmaßnahmen. Dabei sollen unter anderem bestehende Flächen aufgewertet und neue Lebensräume für geschützte Tierarten geschaffen werden. Diese Maßnahmen müssen ihre ökologische Funktion erfüllen, bevor mit dem eigentlichen Autobahnbau begonnen werden darf. Parallel dazu läuft die sogenannte Ausführungsplanung. Sie legt fest, wie die genehmigte Autobahn technisch gebaut werden soll. Einen verbindlichen Termin für den Beginn der eigentlichen Straßenbauarbeiten nennt die Autobahn GmbH dabei nicht.
Rund 1,14 Milliarden Euro für den Lückenschluss
Der A1-Lückenschluss gehört zu den großen Straßenbauprojekten in der Eifel. Die Autobahn GmbH beziffert die voraussichtlichen Gesamtkosten derzeit auf rund 1,14 Milliarden Euro. Mit dem Neubau soll die bislang unterbrochene Autobahnverbindung zwischen dem Norden und dem Südwesten Deutschlands geschlossen werden. Die A1 führt von Heiligenhafen an der Ostsee bis zur französischen Grenze bei Saarbrücken. Doch bis der Verkehr tatsächlich durchgehend über die A1 rollen kann, sind noch weitere Planungsschritte und umfangreiche Bauarbeiten erforderlich. Die rechtliche Absicherung des südlichen Abschnitts bedeutet nicht, dass damit auch die beiden übrigen Abschnitte baureif sind.
Die Abschnitte und die geplante Länge
Blankenheim – Lommersdorf: 6,0 km
Lommersdorf – Adenau: 9,4 km
Adenau – Kelberg: 10,5 km
Bürger können Fragen direkt auf der Karte stellen
Für Anwohner und andere Interessierte bietet der Projektatlas eine neue Möglichkeit, sich mit den Planungen auseinanderzusetzen. Statt ausschließlich auf schriftliche Erläuterungen und technische Pläne angewiesen zu sein, können sie die geplante Strecke selbst betrachten und Informationen zu einzelnen Bereichen aufrufen. Das erleichtert insbesondere die Orientierung dort, wo die Autobahn künftig in die Landschaft eingreifen soll. Allerdings ersetzt der Projektatlas keine förmlichen Beteiligungsverfahren. Die Autobahn GmbH kündigt an, den digitalen Atlas fortlaufend zu aktualisieren.
Hier geht es zum Projektatlas:
A1-Lückenschluss – interaktiver Projektatlas der Autobahn GmbH
