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75 Jahre nach der Krönung

Vor 75 Jahren begann mit Therese Decroupet ein besonderes Kapitel Remagener Weingeschichte. 1951 wurde die heute 94-Jährige als „Resi I.“ zur ersten Weinkönigin der Stadt gekürt. Sonderzüge brachten damals Besucher zum Fest, Tausende säumten den Winzerzug.

Remagen feiert seine erste Weinkönigin „Resi I.“

Remagen. Als Therese Decroupet 1951 zur ersten Weinkönigin von Remagen gekürt wurde, war ein Weinfest noch ein Ereignis, das Menschenmengen in Bewegung setzte. Sonderzüge brachten Gäste aus dem Ruhrgebiet an den Rhein, auf dem Marktplatz floss Wein aus einem viel besuchten Weinbrunnen, ein Ochse drehte sich am Spieß – und hoch über dem Festzug thronte eine junge Frau in einem Weinkelch. Ihr Name: Therese Decroupet, geborene Lay. Ihr Titel: „Resi I.“. 75 Jahre später erinnert Remagen an seine erste Weinkönigin. Die Jubilarin ist heute 94 Jahre alt.

Mit „Resi I.“ begann 1951 eine Remagener Tradition

Die ersten Remagener Weinfeste 1949 und 1950 waren noch ohne Weinkönigin ausgekommen. 1951 änderte sich das. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein wählte Therese Lay zur ersten Remagener Weinkönigin. Der damalige Bürgermeister Dr. Hans Kemming proklamierte sie als „Resi I.“.

Und Remagen verstand es schon damals, ein Weinfest groß zu feiern. Abends erhellte ein Feuerwerk den Rhein. Am Sonntag zog ein Festzug mit zahlreichen Vereinen durch die Stadt. Die Weinkönigin fuhr auf einem außergewöhnlichen Wagen mit: Hoch oben saß „Resi I.“ in einem überdimensionalen Weinkelch (auch Römer genannt), für dessen Herstellung fünf Zentner Gips verarbeitet worden waren.

Der Festwagen trug die Aufschrift „Reseler Lay 1932“, das Geburtsjahr der Weinkönigin. Zahlreiche Menschen säumten den Winzerzug. Selbst aus dem Ruhrgebiet kamen Besucher mit einem Sonderzug nach Remagen. Über dem Festjahr stand ein Motto, das heute wie ein kleiner Gruß aus einer anderen Zeit klingt: „Wahrheit im Wein, kann Freude sein“.

Eine Weinköniginnen-Geschichte über Generationen

Aus der Krönung von 1951 wurde eine Familiengeschichte. Seit 1985 treffen sich die ehemaligen Remagener Weinköniginnen regelmäßig, um ihre Jubilarinnen zu ehren. Zum 50-jährigen Thronjubiläum von Therese Decroupet sollte 2001 ausgerechnet ihre Enkelin Katrin I. Weinkönigin werden.

Doch das Jahr nahm einen anderen Verlauf. Nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center fand das Remagener Weinfest 2001 nicht statt. Die Proklamation von Katrin I. und die Ehrung ihrer Großmutter wurden später in der Rheinhalle nachgeholt. So standen sich zwei besondere Kapitel der Remagener Weingeschichte gegenüber: „Resi I.“, die erste Weinkönigin der Stadt, und Katrin I., die erste Remagener Weinkönigin ohne Weinfest.

Ganz ohne königliche Erlebnisse blieb Katrin I. dennoch nicht. Zu ihren besonderen Auftritten gehörten die Internationale Tourismusmesse in Berlin sowie der Weinfestumzug in Erpel, an dem sie mit eigenem Wagen und begleitet von den Stadtsoldaten Remagen teilnahm. Organisiert wurde dies vom damaligen Verkehrsamtsleiter Martin Tillmann.

Glückwünsche der Deutschen Weinkönigin

Schon zum 70-jährigen Jubiläum erhielt Therese Decroupet besonderen Besuch: Die damalige Deutsche Weinkönigin Eva Lanzerath gratulierte ihr persönlich. Bei einem Glas Wein wurden Erinnerungen und Erfahrungen ausgetauscht.

Auch zum 75. Jubiläum kommt ein Gruß von höchster Weinmajestäten-Stelle. Die 77. Deutsche Weinkönigin Anna Zens sowie die Deutschen Weinprinzessinnen Emma Meinhardt und Katja Simon haben Therese Decroupet bereits schriftlich gratuliert. Persönlich können sie beim Remagener Weinfest nicht dabei sein: Am selben Tag steht die Wahl der neuen Deutschen Weinkönigin an.

Remagener Weinfest würdigt gleich mehrere Jubilarinnen

Beim diesjährigen Remagener Weinfest vom 18. bis 20. September wird nun ein außergewöhnliches Doppeljubiläum gefeiert: Therese Decroupet blickt auf 75 Jahre seit ihrer Krönung im Jahr 1951 zurück. Ihre Enkelin Katrin I. Hoppe begeht zugleich ihr 25-jähriges Silberjubiläum als Weinkönigin des Jahres 2001.

Geehrt werden außerdem Inge I. Böske, geborene Engelstätter, für 60 Jahre seit ihrer Amtszeit 1966, Petra I. Bermen, geborene Feldner, als Goldjubilarin nach 50 Jahren sowie Maike Tomsen-Hemp, geborene Tomsen, deren Amtszeit 40 Jahre zurückliegt.

Doch über all diesen Jahreszahlen steht diesmal eine besondere Lebensgeschichte. 1951 begann mit „Resi I.“ die Geschichte der Remagener Weinköniginnen. 75 Jahre später ist Therese Decroupet noch immer ein Teil dieser Geschichte.

Und vielleicht passt deshalb ausgerechnet das Motto ihres damaligen Festjahres noch immer erstaunlich gut: „Wahrheit im Wein, kann Freude sein.“

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