Experte beleuchtet Ökologische Chancen, Renaturierung und Versäumnisse
Sinzig. Die Flut vom Juli 2021 hat zugleich Landschaften, Gewässer und Lebensräume tiefgreifend verändert. Doch was bedeutet ein solches extremes Naturereignis aus ökologischer Sicht? Und muss nach einer Flut tatsächlich überall möglichst schnell der frühere Zustand wiederhergestellt werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein Vortrag am Donnerstag, 27. August, um 19 Uhr im Pfarrheim St. Peter in Sinzig. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „betrifft:SINZIG“ spricht Adrian Zmelty, M. Sc. Naturschutz und Landschaftsökologie, über das Thema „Das ökologische Potenzial einer Flutkatastrophe – Chancen und Versäumnisse nach dem Starkregenereignis im Juli 2021 im Ahrtal“.
Was hat die Flut mit Ahr und Auen gemacht?
Im Mittelpunkt stehen die ökologischen Folgen der Katastrophe sowie der Umgang mit den betroffenen Gewässern und Auen. Die Flut wird häufig als beispiellose Zerstörung von Landschaft, Gewässern und Lebensräumen beschrieben. Daraus folgt vielfach die Forderung, den früheren Zustand möglichst rasch wiederherzustellen und natürliche Gefahren stärker zu kontrollieren. Genau diese Sichtweise soll der Vortrag zur Diskussion stellen. Eine der zentralen Fragen lautet: Kann ein Naturereignis ein Ökosystem tatsächlich zerstören? Damit rückt eine Perspektive in den Mittelpunkt, die über Schäden und Wiederaufbau hinausgeht. Welche Auswirkungen hatte das Hochwasser auf die Ahr und ihre Auen? Und können die tiefgreifenden Veränderungen unter bestimmten Voraussetzungen auch Möglichkeiten für eine naturnähere Entwicklung eröffnen?
Chancen für die Renaturierung von Fließgewässern?
Nach Angaben der Veranstalter können die von der Flut betroffenen Bereiche unter bestimmten Voraussetzungen Chancen für eine naturnahe Entwicklung und die Renaturierung von Fließgewässern bieten. Der Vortrag will deshalb nicht nur die unmittelbaren Folgen des Hochwassers betrachten. Thema sind auch die Folgen der Katastrophenbewältigung sowie ökologische Potenziale, die durch die Veränderungen entstanden sind. Damit geht es um eine grundsätzliche Frage im Umgang mit Flusslandschaften nach Extremereignissen: Was sollte wiederhergestellt werden – und wo könnte mehr Raum für natürliche Entwicklung sinnvoll sein? Antworten darauf soll der Vortrag von Adrian Zmelty liefern und anschließend zur Diskussion stellen.
Vortrag mit anschließender Diskussion in Sinzig
Veranstalter ist der Ortsverband Sinzig von Bündnis 90/Die Grünen. Die Veranstaltung gehört zur Reihe „betrifft:SINZIG“, mit der der Ortsverband regelmäßig Themen aufgreift, die nach eigenen Angaben für die Entwicklung Sinzigs und seiner Ortsteile von besonderer Bedeutung sind. Der Vortrag beginnt am Donnerstag, 27. August, um 19 Uhr im Pfarrheim St. Peter, Zehnthofstraße 11, 53489 Sinzig. Im Anschluss ist eine Diskussion vorgesehen.
