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Remagen rettet Schwommer

Das Freizeitbad Remagen ist eine Großbaustelle. Normalerweise bedeutet das: Trockendock für alle Wasserratten. Doch eine kreative Kooperation bricht den Sanierungs-Frust.

Gegen den Strom: Das Pop-Up-Becken auf der Freibad-Baustelle

Remagen. Handwerkerlärm statt Kindergeschrei, Bagger statt Badegäste: So sah eigentlich die triste Prognose für diesen Sommer im Freizeitbad Remagen aus. In einer besonderen Kooperation haben die Stadt Remagen und die örtliche DLRG ein mobiles Pop-Up-Schwimmbecken aus dem Boden gestampft. Die Eröffnung ist für Montag, 22. Juni, um 9 Uhr geplant. Einzige bürokratische Hürde: Die ausstehenden Wasserproben müssen grünes Licht geben. Dann heißt es: Wasser marsch auf der Baustelle!

25 Meter Alibi für Sportler

Machen wir uns keine Illusionen: Das hier ist kein klassischer Freibad-Ersatz. Wer eine Liegewiese zum Entspannen sucht oder den Nachmittag mit einer Portion Pommes verbringen will, wird enttäuscht. „Es handelt sich um ein Lehr- und Sportschwimmbecken, die Anlage ist ausschließlich auf den Schwimmbetrieb ausgerichtet“, stellt die Stadt klar. Aufenthalts- oder Freizeitflächen? Fehlanzeige. Mit einer Wasserfläche von 25m x10m richtet sich das Angebot gezielt an Sportschwimmer, die trotz Sanierung ihre Bahnen ziehen wollen , sowie an die Schwmmausbildung der DLRG und den Schulsport. Bürgermeister Björn Ingendahl zeigt sich sichtlich erleichtert über die Zwischenlösung: „Ich freue mich sehr, dass es uns gemeinsam mit der DLRG Remagen gelungen ist, trotz der laufenden Sanierung des Freizeitbades eine Schwimmgelegenheit für die Bürgerinnen und Bürger bereitzustellen.“

Schwimmen im exklusiven Stunden-Takt

Das Prozedere erinnert eher an ein exklusives Schweizer Uhrwerk als an ein rheinisches Freibad. Aufgrund der Beckengröße dürfen sich maximal 30 Badegäste gleichzeitig im Wasser tummeln – und das pro Stunde. Der Einlass wird rigoros über vorab gebuchte Zeitslots von exakt einer Stunde geregelt.

Wer spontan mit dem Handtuch unterm Arm am Beckenrand auftaucht, bleibt draußen. Tickets gibt es ausnahmslos im digitalen Vorverkauf. Der Preis ist mit 1,50 Euro pro Person und Slot erfreulich sportlich kalkuliert. Digital-Muffeln wird immerhin geholfen: Bei der Buchung unterstützen die Mitarbeitenden der Tourist-Information. Die Nutzung ist vorerst bis Mitte September terminiert. Für den öffentlichen Badebetrieb wurden feste Zeiten im Kalender verankert:

  • Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag: 9 bis 13 Uhr
  • Dienstag und Donnerstag: 15 bis 19 Uhr

Die restlichen Stunden sind für Schwimmkurse, die DLRG-Ausbildung und das Schulschwimmen reserviert.

Sicherheit geht vor: Ausweis bitte am Beckenrand

Weil das Pop-Up-Becken mitten im Sanierungsgebiet liegt, greift eine verschärfte Haus- und Badeordnung. Sicherheit hat auf einer Baustelle nun mal Vorrang. Ein selbstständiger Zutritt ist erst ab 16 Jahren erlaubt – und auch nur dann, wenn man eine sichere Schwimmfähigkeit besitzt.

Teenager und Kinder unter 16 Jahren dürfen das kühle Nass nur betreten, wenn eine volljährige Aufsichtsperson mitkommt. Diese trägt dann auch die volle Verantwortung für die Einhaltung der Regeln.

Fazit aus der Redaktion:

Das Pop-Up-Becken ist kein Wellness-Paradies, sondern ein pragmatisches Sport-Projekt. Es verlangt den Bürgern Flexibilität ab. 

Die digitale Buchung erfolgt über den Ticketshop der Stadt Remagen oder direkt unter: https://popupschwimmbad-remagen.ticket.io/

 

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