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Jung & mutig

Matthias Rieder prägt seit 2019 Müllenbach als junger Ortsbürgermeister: Engagement, Teamgeist und klare Führung.
Müllenbach. Als Matthias Rieder 2019 das Amt des Ortsbürgermeisters von Müllenbach übernahm, war er gerade einmal 34 Jahre alt und Müllenbach politisch zerstritten.

Wie Matthias Rieder Müllenbach wieder zusammenschweißte

Müllenbach. Als Matthias Rieder 2019 das Amt des Ortsbürgermeisters von Müllenbach übernahm, war er gerade einmal 34 Jahre alt und Müllenbach politisch zerstritten. Stillstand prägte seinerzeit die kommunale Arbeit, eine Nachfolge für das Bürgermeisteramt fand sich monatelang nicht. Matthias Rieder war da bereits fünf Jahre Mitglied des Gemeinderates. Als klar wurde, dass niemand das Amt übernehmen wollte, entschied er: „Dann mache ich es halt.“

Schon bei der Wahl zum Gemeinderat erzielte er die meisten Stimmen und viele Müllenbacher Bürger sprachen ihn ganz direkt an: „Jung, du musst das machen.“ Gleichzeitig gab es skeptische Stimmen, die spöttelten, das neue Müllenbacher Führungspersonal sei „ein Kindergarten“. Matthias Rieder ließ sich davon nicht beirren: „Ich hatte nichts zu verlieren. Mein Gedanke war: Ich probiere es einfach.“

Der Neustart: Mit Teamgeist gegen den Stillstand

Müllenbachs Ortsbürgermeister Matthias Rieder spricht über Motivation, Teamgeist und Belastungsgrenzen.
Müllenbachs Ortsbürgermeister Matthias Rieder spricht über Motivation, Teamgeist und Belastungsgrenzen.

Als Matthias Rieder Verantwortung übernahm, war die politische Situation nicht einfach. Doch er setzte auf das, was man in Müllenbach gut kann: zusammenhalten.

„Ich mache das nicht allein“, betont der Straßenbaumeister und dreifache Familienvater heute und verweist auf die bemerkenswert gute Zusammenarbeit mit seinen Beigeordneten und dem Müllenbacher Gemeinderat: „Wir ziehen alle an einem Strang in die gleiche Richtung.“ Aber das ist noch nicht alles: „Bei uns in Müllenbach kommt noch etwas Entscheidendes hinzu: Ein großes ehrenamtliches Engagement im Ort.“ Wie groß, zeigte sich gleich zu Beginn seiner ersten Amtszeit: Der örtliche Friedhof war in einem schlechten Zustand. Also bat Rieder die Müllenbacher Bürger um Hilfe. Die Bitte fiel auf fruchtbaren Boden: An einem Samstag erschienen rund 80 Müllenbacherinnen und Müllenbacher, um gemeinsam aufzuräumen. Ein erster Schritt, der den neuen Geist im Dorf sichtbar machte.

„Unsere Einwohner wollen etwas fürs Dorf machen“, sagt Matthias Rieder. „Ich habe die Aufgabe, ihnen keine Steine in den Weg zu legen.“ Er versteht sich als „Schiedsrichter“, der unterschiedliche Interessen ausgleicht und gleichzeitig die Richtung vorgibt.

Rückhalt im Dorf – und in der Familie

Bevor er zur Wiederwahl 2024 antrat, sprach Rieder ausführlich mit Gemeinderat, Beigeordneten – und vor allem mit seiner Familie. Ihre Unterstützung war entscheidend: Er stellte sich erneut zur Wahl und erhielt 80 Prozent Zustimmung aus der Bevölkerung.

Ein wichtiges Fundament seiner Arbeit sei außerdem die „durchweg positive und ungetrübte Zusammenarbeit“ zwischen der Verbandsgemeinde Adenau und der Ortsgemeinde Müllenbach.

Zwischen Familie, Job und Ehrenamt 

So positiv Rieder über sein Amt spricht, er benennt auch klar die Belastungen. Die Vereinbarkeit von Hauptberuf, Familie und Ehrenamt bezeichnet er als „grenzwertig“. Besonders, wenn der Hauptjob einen stark beansprucht, sei der Zeitdruck enorm. Für das Ehrenamt plant er 6 bis 8 Stunden pro Woche ein, oft wird es mehr.

Menschlich unwahrscheinlich gewachsen

Trotz aller Herausforderungen zieht Matthias Rieder ein klares Fazit: Die Entscheidung, Müllenbacher Ortsbürgermeister zu werden, war richtig. Er sagt: „Ich bin an der Aufgabe menschlich unwahrscheinlich gewachsen.

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