Heimat. Herz. Höhepunkte.
Digitale Heimat für den Kreis Ahrweiler.

„Selbst ist das Dorf“

25 Jahre ehrenamtlicher Einsatz: Oberdürenbach feiert das Jubiläum seiner legendären Dienstagsworker.
Am Anfang stand der Zweifel, heute steht der verdiente Erfolg auf dem Papier und im Ortsbild. Oberdürenbach feiert ein Vierteljahrhundert echtes Bürger-Engagement.

25 Jahre Dienstagsworker Oberdürenbach

Oberdürenbach. Im Jahr 2001 steckte Oberdürenbach mitten im Dorferneuerungsprogramm fest. Während die behördlichen Mühlen langsam mahlten, wuchs bei engagierten Bürgern die Ungeduld. Sie warteten nicht auf Stempel, sondern griffen selbst zu Schaufel und Hacke. Aus dieser ungeduldigen Tatkraft entstand eine Institution, die heute weit über das Brohltal hinaus Vorbildcharakter genießt: Die Dienstagsworker feierten nun ihr 25-jähriges Bestehen.

Die Geburtsstunde aus der Ungeduld

Es war der inzwischen verstorbene Künstler Gerd Lehnen, der gemeinsam mit entschlossenen Mitstreitern den bürokratischen Trott durchbrach. Mit dem ersten Projekt „Bur Büschhöfe“ bewiesen die Bürger, wie viel Energie in Eigenregie steckt. Neben Lehnen gehörten Günter Schick, Edmund Schneider, Michael Lenz, Wolfgang Dickmann und Wilfried Schmitz zu den Männern der ersten Stunde; kurz darauf stieß Rainer Bürger hinzu. Gerd Lehnen prägte die Gemeinschaft mit seinem künstlerischen Gespür und unermüdlichen Tatendrang bis zu seinem Tod im Jahr 2015 mit Leib und Seele. Seinen markanten Namen erhielt das Bündnis im Jahr 2002 während des Baus der Begrüßungsstelen. Weil sich die Gruppe traditionell an jedem zweiten Wochentag zur gemeinsamen Arbeit traf, war der Name schnell Programm: Die „Dienstagsworker“ waren geboren – eine Gewohnheit, die bis heute eisern Bestand hat.

Eine Erfolgsgeschichte in Bildern und Taten

In den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten hinterließ die Truppe – in wechselnder Zusammensetzung aus Frauen und Männern – unübersehbare Spuren im Ortsbild von Oberdürenbach sowie in den Ortsteilen Schelborn und Büschhöfe. Ob liebevoll gepflegte Ruhebänke an den Spazierwegen, von denen heute besonders die Senioren des Dorfes schwärmen, oder aufwendige Verschönerungen: Die Ideen sprudeln meist direkt aus der Gruppe oder werden als Anregungen aus der Bevölkerung dankbar aufgegriffen. Was anfangs von manchen Skeptikern noch als Marotte belächelt wurde, hat sich längst zu einer festen Institution im Dorf entwickelt. Die Arbeit genießt weit über die Ortsgrenzen hinaus Anerkennung und dient anderen Gemeinden als Vorbild. Auch beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ schlug sich dieses Engagement nieder: Nach einem hervorragenden zweiten Platz im Jahr 2005 durften sich die Dienstagsworker 2012 über den verdienten ersten Platz in der Kategorie „Vereine und Gruppierungen“ freuen.

Kein Ersatz, sondern die perfekte Ergänzung

Dabei legen die fleißigen Ehrenamtler gesteigerten Wert auf eine Feststellung: Sie verstehen sich keineswegs als Ersatz für die regulären Gemeindearbeiter. Vielmehr sehen sie sich als eigenverantwortliche, ehrenamtliche Ergänzung. Jedes Projekt wird in enger und harmonischer Abstimmung mit der Gemeindeführung ausgewählt, umgesetzt, gehegt und gepflegt. Ein solches Mammutprojekt gelingt nur mit verlässlichen Partnern. Der Dank des Sprechers Wilfried Schmitz galt daher den treuen Unterstützern: Die Volksbank RheinAhrEifel und die Kreissparkasse Ahrweiler sicherten über Jahre hinweg den Kauf von Werkzeugen, Maschinen und Schutzkleidung.

Ein Augenzwinkern und ein ganz besonderes Gemälde

Sprecher Wilfried Schmitz nutzte die Gunst der Stunde für ein charmantes Augenzwinkern in Richtung der Festgesellschaft. Neue Mitstreiter seien im Team jederzeit herzlich willkommen – und er stellte ausdrücklich klar, dass dies ebenso für Frauen gilt, die schon in der Vergangenheit tatkräftig mit anpackten. Wer also glaubt, die Dienstagsworker seien ein geschlossener Club, der irrt: Hier darf jeder unkompliziert mit anpacken! Wie tief verwurzelt die Dienstagsworker im Brohltal sind, bewies die lange Gästeliste. Zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung und Vereinsleben waren erschienen, um gratulierend zurückzublicken. Neben der Landtagsabgeordneten Susanne Müller erwiesen auch die Beigeordnete der Verbandsgemeinde Brohltal Elisabeth Dahr, Ortsbürgermeisterin Judith Müller sowie Michael Lenz – in Doppelfunktion als Volksbank-Vertreter und Gründungsmitglied – der Truppe die Ehre. Herzliche Grüße aus der Ferne übermittelten zudem Landrätin Cornelia Weigand, Bürgermeister Johannes Bell sowie die Landtagsabgeordnete Petra Schneider, die urlaubs- oder termingebunden passen mussten.

Dieses Bild hat eine 9-Jährige zum Jubiläum beigesteuert.
Dieses Bild hat eine 9-Jährige zum Jubiläum beigesteuert.

Die Wertschätzung der Dorfgemeinschaft drückte sich nicht nur in warmen Worten, sondern auch in handfester Unterstützung aus: Die Freiwillige Feuerwehr und der Tambourzug stellten bereitwillig Festinventar wie Grill, Bänke und den Bierstand zur Verfügung und überreichten eine Spende. Weitere Zuwendungen flossen von der Volksbank, der Verbands- und Ortsgemeinde, den Möhnen sowie den Alten Herren. Für den emotionalen Höhepunkt des Tages sorgte jedoch kein Scheck, sondern ein kleines Kunstwerk: Ein selbst gemaltes Bild der neunjährigen Amelia Maschke. Das liebevoll gestaltete Bild zeigt die heutigen Dienstagsworker mitten bei ihrer gemeinsamen Arbeit.

Ähnliche Artikel

Das Ahrtal macht sich bereit für fünf Tage Musik, Wein und jede Menge gute Laune! 2027 feiert das Festival Kultur und Wein seinen 20. Geburtstag. Und die Gästeliste kann sich sehen lassen. Von kölschem Humor bis zur großen Rockshow ist einiges dabei.

Kölsch, Krebs & Knallblech

Fünf Tage, vier große Programmpunkte und ein runder Geburtstag: Das Festival „Kultur und Wein im Ahrtal“ feiert 2027 sein 20-jähriges Bestehen. Vom 26. bis 30. Mai verwandelt sich die WeinKulturBühne in Dernau in einen Treffpunkt für Musikfans, Partygänger und Freunde ...
An der Barbarossaschule in Sinzig haben Jugendliche selbst Dächer gebaut und Solarmodule installiert. Dabei ging es um weit mehr als Sonnenenergie.

Solar statt Schulbank

18 Jugendliche, zwei Projekttage und jede Menge Handwerk: An der Barbarossaschule Sinzig wurde die Energiewende praktisch erlebbar. Doch was bleibt vom Solarcamp? ...
In Mayschoß entsteht entlang der B267 eine neue Ahrufermauer. Die Bauarbeiten sind technisch anspruchsvoll – und kosten Millionen.

Wiederaufbau in Mayschoß

In Mayschoß entsteht eine neue Ahrufermauer. Zwölf Meter tiefe Bohrpfähle, Millioneninvestitionen und hohe technische Anforderungen prägen das Wiederaufbauprojekt entlang der B267. ...

Hervorgehobene Beiträge:

Waldorfer Hofweihnacht – Basteln & Kindermusical am 6.12., großer Weihnachtsmarkt am 7.12.

Waldorf feiert Hofweihnacht

Waldorf. Die „Waldorfer Hofweihnacht“, ein kleiner, feiner Adventszauber in Waldorf in der Eifel. ...
In Mayschoß entsteht entlang der B267 eine neue Ahrufermauer. Die Bauarbeiten sind technisch anspruchsvoll – und kosten Millionen.

Wiederaufbau in Mayschoß

In Mayschoß entsteht eine neue Ahrufermauer. Zwölf Meter tiefe Bohrpfähle, Millioneninvestitionen und hohe technische Anforderungen prägen das Wiederaufbauprojekt entlang der B267. ...
Der 1.111.111 Besucher in der Dokumentationsstätte Regierungsbunker ist Peter Fenzel aus Weimar.

1.111.111. Bunker-Besucher

Jubiläumsgast aus Weimar reist mit Reisegruppe ins Ahrtal Bad Neuenahr-Ahrweiler. Großer Tag im Dokumentationszentrum Regierungsbunker: Am 13. August wurde der 1.111.111. Besucher begrüßt. Die Schnapszahl erreichte Peter Frenzel aus Weimar, der mit einer 20-köpfigen Reisegruppe eine Woche im Ahrtal verbringt. ...