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Tag der Berufe: In Niederzissen haben Schülerinnen und Schüler echte Berufe getestet und ihre möglichen Arbeitgeber von morgen getroffen.
Niederzissen. Berufsorientierung kann trocken sein. Muss sie aber nicht. In Niederzissen zeigte die Realschule plus, wie es anders geht: konkret und greifbar.

„Tag der Berufe“ – mehr als Berufsberatung

Niederzissen. Berufsorientierung kann trocken sein. Muss sie aber nicht. In Niederzissen zeigte die Realschule plus, wie es anders geht: konkret und greifbar. Rund 50 Aussteller präsentierten sich beim „Tag der Berufe“ den Schülerinnen und Schülern der Klassen 7 bis 10. Handwerksbetriebe, Dienstleister und Behörden – darunter Zoll, Polizei und Bundeswehr – boten nicht nur Informationen, sondern vor allem Gespräche.

Mehr als Prospekte: Begegnung auf Augenhöhe

Wer Jugendliche erreichen will, muss ihnen zuhören. Genau das passiert dort. Statt Hochglanzbroschüren gab es direkte Fragen und ehrliche Antworten. Schulleiter Timo Djelassi zog ein klares Fazit: „Die unmittelbare Begegnung mit Betrieben schaffte Orientierung, baute Hemmschwellen ab und machte Zukunft „greifbar“. Der Ansatz: Berufsorientierung nicht als Zusatz, sondern als festen Bestandteil des Schulalltags begreifen.“ Seit zehn Jahren organisiert die Schule die Veranstaltung im Zwei-Jahres-Rhythmus.

Selbst ausprobieren statt nur zuhören

Lars Schinowski (r.) erklärt einem Schüler die Arbeit mit Schieferschindeln.
Lars Schinowski (r.) erklärt einem Schüler die Arbeit mit Schieferschindeln.

Die Jugendlichen bleiben beim Tag der Berufe nicht passiv. Beim Dachdeckerbetrieb Schinowski aus Niederzissen etwa bearbeiten sie selbst unter Anleitung Schiefer. Carina Schinowski beschreibt die Wirkung: „Der direkte Kontakt zu den Jugendlichen funktioniert sehr gut.“ Und wie sie sagt, auch über diesen Tag hinaus, etwa durch Jahrespraktika mit ganz genauem Einblick ins Handwerk. Das Prinzip ist einfach: „Wer etwas tut, versteht es besser“.

Betriebe suchen – und finden – Nachwuchs

Für Unternehmen ist der Tag längst mehr als Imagepflege. Er ist Rekrutierung. „Wir erreichen bei diesem Tag junge Leute, die wir sonst kaum kennenlernen würden“, sagt der

Ihre Arbeitskluft war auffällig: Das Team von Ofenstudio Dünker. (v.l.) Michaela Dünker, Thomas Dünker und Florian Dünker.
Ihre Arbeitskluft war auffällig: Das Team von Ofenstudio Dünker. (v.l.) Michaela Dünker, Thomas Dünker und Florian Dünker.

angehende Ofenbaumeister Florian Dünker vom gleichnamigen Ofenbauer.  Manche kämen mit klaren Fragen, andere entdecken erst vor Ort, welche Möglichkeiten es gibt.

Auch Kfz-Meister Philipp Jeub bestätigt: „Der persönliche Austausch macht den Unterschied.“

Behörden berichten ebenfalls von großem Interesse – besonders bei Polizei und Zoll. Themen wie Zugangsvoraussetzungen und Arbeitsalltag stehen im Fokus.

Eine Erfolgsgeschichte 

Fabian Böber und Philipp Jeub von KfZ-Jeub in Niederzissen.
Fabian Böber und Philipp Jeub von KfZ-Jeub in Niederzissen.

Das Format funktioniert. Viele Aussteller sprechen offen von einer „Erfolgsgeschichte“. Der Grund ist schlicht: Die Schule pflegt die Kontakte langfristig. Aus einem Messetag wird Beziehungspflege. Für die Jugendlichen bedeutet das: Kein abstraktes „Irgendwann“, sondern ein konkreter erster Schritt in die Arbeitswelt.

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