Helene Leimkühler: Die Medaillenhoffnung vom TV Sinzig
Sinzig. Leichtathletin Helene Leimkühler redet lieber über Training als über Trophäen. Und genau das macht die Läuferin des TV Sinzig, startend für die LG Kreis Ahrweiler, zu einer besonderen Athletin.

Die Vorbereitung auf die Hallensaison verlief bewusst unspektakulär. Nach der Cross-Saison verzichtete Leimkühler im Dezember zunächst auf Hallenwettkämpfe. „Aufgrund der Cross-Saison hatte ich im Dezember erstmal keine Hallenwettkämpfe gemacht“, sagt sie. Auch der Trainingsplan war weniger hallenspezifisch als im Sommer. Stattdessen setzte sie auf Vielfalt – und neue Impulse. „Ein besonderer Schritt für mich war, dass ich mich einer Trainingsgruppe außerhalb des Vereins angeschlossen habe, bei der ich ab und zu mittrainiere.“
Die rheinland-pfälzischen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten in Ludwigshafen sind für sie mehr als ein Pflichttermin. Es geht um Einordnung, aber auch um Anspruch. „Wenn man diszipliniert und hart gearbeitet hat, möchte man schon zeigen, dass man zu den Besten gehört“, erklärt Leimkühler. Beides schließt sich für sie nicht aus: Standortbestimmung und der Blick nach vorne.
Die Halle selbst ist für Mittelstreckenläuferinnen kein Wohlfühlort. Leimkühler benennt das klar. „In der Halle muss man wegen der verkürzten Runden immer doppelt so viele Runden laufen wie draußen, und dann kommt noch die meistens stickige Hallenluft dazu.“ Das könne, sagt sie, „manchmal demotivierend sein“. Und doch folgt der entscheidende Satz: „Aber bisher konnte ich in jeder Saison neue PBs aufstellen und das schenkt mir Selbstvertrauen.“
Als Medaillenhoffnung aus dem Kreis Ahrweiler wahrgenommen zu werden, empfindet sie nicht als Last. „Natürlich macht das ein wenig nervös“, räumt sie ein, „aber gleichzeitig zeigt es mir, dass die Leute aus meinem Umfeld mir das auch zutrauen.“ Erwartungen versucht sie bewusst zu relativieren. „Ich muss mich selbst dazu aufrufen, mir nicht zu viele Hoffnungen anzusehen.“
Die Konkurrenz schätzt sie realistisch ein – und gerade deshalb ernst. „Ich halte meine Konkurrenz für sehr stark“, sagt Leimkühler. Besonders jüngere Athletinnen, die auch auf anderen Strecken schnell sind, machten das Feld schwer einschätzbar.
Am Wettkampftag selbst spielt das Umfeld eine zentrale Rolle. „Es motiviert mich natürlich sehr, wenn das Team am Rand steht und mich anfeuert“, betont sie. Diese Unterstützung helfe nicht nur körperlich, sondern auch mental. „Zu wissen, dass mein Team eine riesige Rolle einnimmt, beflügelt mich.“
Ihre Zielsetzung bleibt klar, aber ohne Zwang. „Ich würde natürlich am liebsten mit neuer PB auf dem Treppchen stehen“, sagt sie und ergänzt: „Aber das klappt natürlich nicht immer. Prinzipiell kann am Wettkampftag alles passieren.“
Eine Medaille wäre für sie kein Selbstzweck. „Eine Medaille ist immer ein Beweis dafür, dass harte Arbeit sich lohnt“, sagt Leimkühler. Gerade bei starker Konkurrenz sei das „ein sehr schönes Gefühl, das einen motiviert, weiter an seinen Zielen zu arbeiten“.
Und wenn es nicht läuft? Dann bleibt der Blick nach vorne. „Diese Erfahrungen helfen mir weiter“, erklärt sie. Natürlich sei auch die Leichtathletik ein Sport, „bei dem man lernen muss, auch Rückschläge anzunehmen“.
Nach der Hallensaison richtet sich der Fokus auf den Sommer. „Ich freue mich sehr auf die Sommersaison“, sagt Leimkühler. Die Halle sei wichtig, aber nicht alles. Draußen, das lässt sie durchblicken, sieht sie ihr eigentliches Entwicklungspotenzial.
