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Maria Laach und Adenauer

Der Bonner Historiker Friedrich Kießling liest am Dienstag, 20. Januar, in Maria Laach aus seiner Biografie „Dreieinhalb Leben“.
Konrad Adenauer, erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, steht bis heute für Stabilität, Westbindung und den Neubeginn nach 1945.

Friedrich Kießling liest aus seiner Adenauer Biografie

Maria Laach. Konrad Adenauer, erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, steht bis heute für Stabilität, Westbindung und den Neubeginn nach 1945. Doch sein politisches Erbe ist komplexer und widersprüchlicher als viele Geschichtsbücher vermuten lassen.

Konrad Adenauer hat viel dazu beigetragen, dass die Demokratiegründung inDeutschland nach 1945 gelang. Doch er hat die junge Demokratie auch existenziell belastet, mit illegaler Parteienfinanzierung und der geheimdienstlichen Ausspähung der SPD.
Konrad Adenauer hat viel dazu beigetragen, dass die Demokratiegründung in
Deutschland nach 1945 gelang. Doch er hat die junge Demokratie auch existenziell belastet, mit illegaler
Parteienfinanzierung und der geheimdienstlichen Ausspähung der SPD.

Genau diesem Spannungsfeld widmet sich Prof. Dr. Friedrich Kießling, wenn er am Dienstag, 20. Januar 2026, um 19 Uhr im Klosterforum Maria Laach aus seinem Buch „Biographie Adenauer – Dreieinhalb Leben“ liest .

Ein Kanzler mit Licht und langen Schatten

Kießling zeichnet kein Denkmal. Er seziert. Mit historischer Präzision beschreibt der Bonner Historiker Konrad Adenauer als Mann der großen Entscheidungen: Mitgestalter des Grundgesetzes, Architekt der sozialen Marktwirtschaft, Motor der Westintegration und Mitbegründer der CDU. Ohne Adenauer, so viel ist sicher, hätte die junge Bundesrepublik kaum so rasch internationale Anerkennung gefunden. Doch der Historiker blendet die dunklen Kapitel nicht aus. Illegale Parteienfinanzierung. Geheimdienstliche Ausspähung der SPD. Machtpolitik bis an die Grenze des Erlaubten. Adenauer erscheint als ambivalente Figur, ausgestattet mit enormer Handlungsmacht und dem festen Willen, sie einzusetzen: für den Staat, für seine Partei, für sich selbst.

Maria Laach: Ein Ort mit Geschichte

Dass die Lesung ausgerechnet in Maria Laach stattfindet, ist mehr als ein symbolischer Zufall. Die bekannte Abtei war für Adenauer ein lebenslanger Bezugspunkt. Nach seiner Flucht vor den Nationalsozialisten 1933 fand er dort Zuflucht, Zeit zur Reflexion und geistigen Halt. Auch später blieb Maria Laach politisch und persönlich bedeutsam.

Historiker mit klarem Blick

Friedrich Kießling ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Bonn. Er forschte und lehrte unter anderem in London, Wien und Dresden. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf den Nachwirkungen des Nationalsozialismus in der frühen Bundesrepublik.

Kompakt

  • Was: Lesung aus „Biographie Adenauer – Dreieinhalb Leben“
  • Wann: Dienstag, 20. Januar, 19 Uhr
  • Wo: Klosterforum Maria Laach
  • Eintritt: 18 Euro
  • Tickets: Buchhandlung Maria Laach, Tel. 02652/59-365,
    E-Mail: buchhandlung@maria-laach.de

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