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Ein Tiger in Bad Breisig

Tim Brohl aus Bad Breisig zählt zu den besten Nachwuchsgolfern Deutschlands.
Bad Breisig. Manchmal braucht es Geduld, bis Talent sichtbar wird. Und manchmal braucht Talent vor allem eines: Zeit. Tim Brohl aus Bad Breisig ist der beste Beweis dafür. 2025 wurde für den 17-jährigen Golfer das bislang erfolgreichste Jahr seiner Karriere

Tim Brohl erobert Titel, Ranglisten und den Nationalkader

Bad Breisig. Manchmal braucht es Geduld, bis Talent sichtbar wird. Und manchmal braucht Talent vor allem eines: Zeit. Tim Brohl aus Bad Breisig ist der beste Beweis dafür. 2025 wurde für den 17-jährigen Golfer das bislang erfolgreichste Jahr seiner Karriere – Deutscher Meister der Altersklasse bis 18, Deutscher Vizemeister bei den Herren-Amateuren, Turniersiege und Spitzenplätze in ganz Europa. Seit November gehört er dem Junior-Nationalkader des Deutschen Golfverbandes an. Einer von nur zehn.

Dabei sah lange nichts nach einer außergewöhnlichen Karriere aus. Mit fünf Jahren steht Tim zum ersten Mal auf dem Golfplatz Köhlerhof in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Ausgerüstet von Vater Guido und Großvater, die Schläger noch zu lang, der Körper zu schmächtig. Doch schon damals trifft er den Ball erstaunlich oft. Der Golfplatz wird zum zweiten Zuhause, der Ehrgeiz zum ständigen Begleiter.

Ab dem elften Lebensjahr trainiert Tim im Golfclub Rhein-Sieg in Hennef, spielt weiterhin regelmäßig mit der Familie im GLC Bad Neuenahr. Bei Sichtungsturnieren des Golfverbandes NRW bleibt der Durchbruch zunächst aus. Die Beurteilung der Trainer: zu klein, zu wenig Physis. Erst 2018, beim Goldenen Golfabzeichen in Bad Griesbach, fällt erstmals das Wort „Ausnahmetalent“. Doch auch danach braucht es Geduld.

Mit der körperlichen Entwicklung kommt der sportliche Durchbruch. 2022 wird Tim in den NRW-Nachwuchskader berufen, 2024 folgt der Sprung in den Nachwuchskader 2 des Deutschen Golfverbandes. 2025 schließlich dominiert er seine Altersklasse nahezu nach Belieben: vier Turniersiege, fünf zweite Plätze, zwei vierte Ränge bei zwölf Starts. Er führt die deutsche Jugendrangliste und die Herren-Amateurrangliste an, liegt europaweit unter den Top 20 seiner Altersklasse und erreicht Platz 101 der Amateur-Weltrangliste. Im Nationalkader nennen sie ihn inzwischen „Tiger“ Brohl – eine Anspielung auf Tiger Woods.

Tim Brohl mit seinen größten Fans: seinem Vater und seinem Großvater.
Tim Brohl mit seinen größten Fans: seinem Vater und seinem Großvater.

Mit der Berufung in den Nationalkader beginnt ein neuer Abschnitt. Tim weiß, dass Erfolge von gestern dort nichts zählen. Druck will er sich dennoch nicht machen. Seine Stärke: mentale Reife. „Es gibt noch mehr als Golf im Leben“, sagt er – Familie, Freunde und die enge Bindung zu seinem Heimtrainer Heinz-Peter Thül in Hennef, selbst einst Profi, geben ihm Halt.

2026 wird ein Jahr der Entscheidungen. Schulische Weichenstellungen stehen ebenso an wie sportliche Bewährungsproben. Ein US-College kommt für ihn aktuell nicht infrage. Der gemeinsam mit Bundestrainer, Heimcoach und Eltern abgestimmte Plan ist klar: intensive Trainingsphasen und internationale Turniere. Der Startschuss fällt mit einem Trainingslager in Südafrika, es folgen Stationen in Katar, Spanien, Frankreich, Portugal, Schottland sowie nationale und österreichische Meisterschaften.

Bad Breisig darf stolz sein. Der Weg zum Profigolf ist lang – aber Tim Brohl ist ihn bislang Schritt für Schritt gegangen. Konsequent. Geduldig. Und mit bemerkenswerter Bodenhaftung.

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