Zwei Baustellen bremsen die Freigabe des Radweges bei Altenahr

Altenahr. Der rund zwei Kilometer lange Abschnitt des Ahr-Radwegs zwischen dem Bahnhof Altenahr und der zerstörten Radwegebrücke bei Reimerzhoven kann noch nicht freigegeben werden. Nicht der Radweg selbst ist derzeit das entscheidende Problem: Zwei benachbarte Baustellen bremsen die Fertigstellung. Ursprünglich sollte der Abschnitt schon im nun vergangenen September für den Radverkehr geöffnet werden. Daraus wird vorerst nichts. Einen neuen belastbaren Termin gibt es noch nicht.
Radweg selbst kam gut voran
Dabei liefen die Arbeiten am Ahr-Radweg zunächst zügig. Während der Sperrpause der Ahrtalbahn in den ersten beiden Wochen der Sommerferien konnten wichtige Arbeiten gebündelt werden. Eine erforderliche Winkelstützwand wurde gebaut, ein großer Teil des Radwegs bereits asphaltiert. Der Fortschritt war so groß, dass zwischenzeitlich sogar eine frühere Freigabe des Abschnitts möglich schien. Doch nun zeigt sich eine der Schwierigkeiten des Wiederaufbaus im engen Ahrtal: Mehrere große Bauprojekte greifen ineinander und der Fortschritt des einen hängt vom anderen ab.
Große Baugrube am Bahnhof Altenahr
Das erste Hindernis liegt am Bahnhof Altenahr. Dort wird im Rahmen des Hochwasserschutzes im Auftrag der Kreisverwaltung für die Ortsgemeinde Altenahr eine Stützmauer errichtet. Dafür ist eine große Baugrube notwendig. Sie beansprucht über mehrere Meter nahezu die gesamte Breite des künftigen Radwegs. Die abschließenden Arbeiten können dort erst beginnen, wenn die Baugrube wieder verfüllt und die Fläche entsprechend hergestellt worden ist.
Auch Richtung Reimerzhoven fehlen Arbeiten
Ein zweites Hindernis befindet sich östlich des Viadukts in Richtung Reimerzhoven. Beim Wiederaufbau der Ahrtalbahn hatte die Deutsche Bahn dort eine Baustraße angelegt. Diese muss zurückgebaut und die Böschung wiederhergestellt werden. Doch auch hier kann nicht unmittelbar weitergebaut werden: Die erforderlichen Planungen befinden sich nach Angaben des Projektbüros noch im Genehmigungsverfahren bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord. Erst wenn die Böschungsarbeiten abgeschlossen sind, kann auch der Radweg in diesem Bereich fertiggestellt werden.
Kommt vorübergehend eine Schiebestrecke?
Ganz ohne Zwischenlösung soll es möglicherweise nicht bleiben. Derzeit wird eine provisorische Lösung geprüft – gegebenenfalls sogar mit einer kurzen Schiebestrecke. Entscheidend sei dabei die Sicherheit der Radfahrer während des laufenden Baustellenbetriebs. Das Projektbüro Wiederaufbau Ahrtal des LBM Cochem-Koblenz steht nach eigenen Angaben mit allen Beteiligten im Austausch. Sobald eine belastbare Terminplanung vorliegt, soll der neue Termin bekanntgegeben werden.
Bis dahin bleibt eine für Radfahrer entscheidende Frage offen: Wann gibt es zwischen Altenahr und Reimerzhoven tatsächlich wieder freie Fahrt?
